Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
395
JPEG-Download
 

Seidenhaspel. 395

Kreuzen rissen. Um ferner zu versuchen, ob derBarbiersche Haspel scharf genug drehe, um dieGreze unmoulinirt, als einfache Trame gefärbt ver-arbeiten zu können, und ob man nicht die Seide, an-statt des gebräuchlichen Abwindens zu einem Faden,,auf Wickelmaschinen mit vier Winden zugleich ab-wickeln könne, ließ Herr Gropius 1) einen Ha-spel nach dem Umfange der Italienischen moulinirtenSeide einrichten, und darauf Greze zu 10 bis 12Cocons arbeiten. 2) Wurde Seide von dem Italie-nischen Haspel zu diesem Maaße umgehaspelt;3) wurde eine von dem Herrn Ernst, auf dessenneu erfundener kurzhaspligen Maschine gesponneneSträhne genommen. Diese dreis Strähnen wur-den zu gleicher Zeit auf einer gewöhnlichen Wickel-maschine abgewunden, wobei sich ergab: daß dieSträhne 2) gut ablief; 1) und 3) sich aber nichtrascher, als gefärbte Seide, wofür man 18 Sgr. fürdas Pfund. Wickelgeld zahlt, abwinden ließ. Daman nun für das Abwinden durch Spulen zu einemFaden nicht mehr zahlt, so bietet sich hierbei, in so-fern mat, nach einem kleinen Versuche urtheilen darf,wenig Vortheil dar, und das Abspulen zu einem Fa-den hat noch den Vorzug, daß, da jeder Faden durchdie Finger geht, auch jeder Knoten, auch ungleicheund zu feine Stellen, bemerkt und auSgebrochenwerden; man erhält auf diese Weise die fertigeSeide rein, dahingegen bei der auf Maschinen abge-wundenen Greze viel Unreines mit auflaufen würde.Alle Fäden, wo zu wenig Cocons gegangen, oder wodie Drehung fehlt, dürfen nicht mitgewickelt werden;auf der Maschine ist dieses aber nicht zu vermeiden,und der Abgang würde sich vermehren, weil späterin der Moulinage der gute Faden mit dem schlechtenverloren geht. Um die stärkere und geringere Dre-hung der aufdemBarbierschen undErnstschen