Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenmalerey. 401

die Farbe zu sehr ins Carmoisinrothe falle», so thutman noch etwas geriebene Cochenille dazu, und dieFarbe wird um vieles verschönert seyn.

Violett erhält mau aus dem Blauholze aufeben die Weise, wie das Roth aus dem Fernambuck-holze, nämlich durchs Kochen im Wasser und Essigmit Alaun. Da nun Liese Farbe sehr dunkel ist, sokann man-sie durch einen Zusatz von Cochenille an-genehmer machen. Man muß aber das rechte Maaßzu treffen suchen, wenn die Mischung ein schönesViolett erhalten soll. Man bekommt auch ein sehrschönes Violett wenn man bloß Cochenille mit Pot-asche und Saltartari kocht. Es ist aber nicht dauer-haft, wird sehr bald durch die Luft ausgezogen undist dabei theuer.

Zur blauen Farbe nimmt man Indigo, derhier, zu der Seidenmalerey, wenn er gehörig zuberei-tet worden, beinahe die einzige Farbe ist. Mansucht hierzu den feinsten Indigo, den sogenanntenGuatimalo-Jndigo aus, reibt denselben aufdem Reibesteine ganz fein, thut ihn in Porzellan-schalen und gießt auf ungefähr j Loth Indigo soviele Schwefelsäure, daß sie genau darüber steht undalso zur Sättigung des Indigos hinreichend ist.Man läßt es nun über Nacht stehen, gießt bann nochWasser hinzu, bis es die Dicke der Dinte hat.Man kann diese Farbe in Flaschen oder andern glä-sernen Geschirren lange aufbewahren, und wennman sie braucht, setze man etwas Weniges vonGummi Tragant hinzu. Bei der Bereitung dieserFarbe mit Vimolöl oder Schwefelsäure, hüte mansich zu nahe mit dem Gesichte darüber zu verweilen,weil der aufsteigende Dampf der Schwefelsaure derBrust schadet und Husten und Sticken verursacht.Man muß die Farbe aber nicht gleich gebrauchen,wenn sie aus der Flasche kommt, sie zerfrißt sonst dieOee. rechn. En«. Theil 61,11« C c