410 Seidenmanufaktur.
nen Waaren ausgedehnt wurde. Im Jahre 17lßward dem Sir Thomas Lambe und seinem Bruderein Patent auf 14 Jahre zum ausschließlichen Betriebe !der von ihm in Derby erbaueten Seidenmühle ertheilt, !wozu sie das Modell heimlich aus Italien nach Eng-land gebracht hakten; allein ein Ansuchen aufVerlän- igeruug desselben wurde vom Parlament nicht bewilliget, !sondern dasselbe gab ihnen eine Summe von 14,000Pfo. Sterling zur Belohnung ihrer Dienste, die siedem Lande durch die Einführung jener Maschine gelei.stet, mit der man in der Folge der Nothwendigkeitüberhoben glaubte, Organsin-Seide aus Italien emzii-führen. Diese Seidenmühlen sollen aber der Grundgeworden seyn, daß die Englische Seidenzeug-Verferti-gung bis jetzt noch nicht hat weiter im Lande verbreitetwerden können; auch ist das große Kapital, welchesauf ihre Erbauung verwandt worden, der Grund ge-wesen, die hohen Abgaben von fremden Seidenwaarmfortbestehen zu lassen. Zu Ende des 17ten und am ^Anfange des 18ten Jahrhunderts standen die Seiden- -Manufakturen in England besonders in Flor; denn dieSeidenzeuge wurden in Italien allen andern vorgezo-gen. Zu Ende des 18ten Jahrhunderts erhielte» siedurch die Einführung der^ Baumwollenzeuge zu Klei-dern und Möbeln einen Stoß, von dem sie sich erstnach mehreren Jahren wieder erholen konnten; dennim Jahre 1793 standen allein in Spitalsields mehr als4000 Weberstühle still, die ein Paar Lüstres vorhernoch vollkommen beschäftiget gewesen und 10,000 Ar-beiter ernährten. Am Anfange des gegenwärtigenJahrhunderts fing die Seidenfabrikation wieder vonneuem an, sich zu heben, und durch den Vorschlag desHerren HuSkisson, der in seiner Rede im Unter-haus« am 24sten März 1824 geradezu erklärte, „daßes nur dem Verbot-System beizumessen sei, daß vonallen Manufakturwaaren die Engländer noch i« der