412 Seidenmanufaktur.
Mgnufakturgeist und den Geschmack der Nation, ver-möge der innern Güte der Waaren und ihrer äußerer-deutlichen Leichtigkeit in Erfindung neuer Moden einengroßen Absatz in andern Ländern zu erhalten gewußt,und diese sich' zinsbar gemacht. Es ist wohl nicht zubezweifeln, daß der Widerruf des Edikts von Nantesund die Französische Revolution einen nicht unbedeu-tend nachtheiligen Einfluß auf diesen Manufaktur-Zweig gehabt haben, indessen hat sich derselbe immerwieder emporgehoben und den Vorrang vor seinen Ri-valen behauptet. Der vornehmste Sitz der Seidenma-nufakturen ist Lyon, wo alle mögliche Arten von Stof-fen, reichen Zeugen und Sammet gemacht werden. ZuEnde des verwichenen Jahrhunderts hatte diese Stadt7000 Stühle. Die übrigen Städte, die viele seideneStoffe fabriciren, sind: Tours, welches viele geblümteStoffe liefert und die sogenannten Gros deTourefüh-ren den Namen davon, Paris, Levaux, Chatillon, Castel- .naudary, Nimeö, in welcher Stadt besonders eine große lMenge seidener Strümpfe von 8000 Webern gewebt wer-den, und Marseille, welches in seinen Atlas- und Talent-Fabriken alle Seide aus der Provenze verbraucht. NachHrn.B ü sch in g zählt man in Frankreich 1500 Seiden-mühlen, 28,000 Weberstühle für Stoffe, 12,000 fürBänder und Galonen, und 20,000 für Strümpfe, sodaßsich weit über eine halbe Million mit der Seidenarbeitbeschäftigte. Lyon hat schon vor mehr denn öOJahren1,400,000 Pfd. Seide jährlich verarbeitet.' In denJahren 1808 und 1812 zählte man zu Lyon nur12,000 Seideparbeiter; im Jahre 1825 aber 20,000Weberstühle, wovon 913 stille standen; im darauffol-genden 1k26sten Jahre standen, bei 20,000 Weberstühle,daselbst 3,336 stille. Die Zahl der Stühle und derArbeiter hat sich daher gegenwärtig verringert, obgleichimmer noch in dieser merkwürdigen Manufakturstadtüber 250 verschiedener Arten seidener Stoffe verfertiget ,