Seidenmanufaktur. 413
werben, die sich durch geschmackvolle Desseins auszeich-nen, und von fremden ^Lreidenhändlern sehr gesucht wer-den. In den Fabriken von Paris, St. Ecienne, Cho-mons, Avignons, Nimes, Ganges und Tour sind bei-nahe eben so viele Arbeiter beschäftiget. Nach einerVererbung des Präfccten zu Lyon vom 29sten Oktober1814 sollen die Fabrikanten oder Fabrikherren demFremden kein Verfahren beim Arbeiten und Färbenzeigen und ihnen jeden Besuch in den Werkstätten ver-bieten, so wie den Mechanikern die Vefertigung derWe-berstühle für Fremde untersagt ist. Im Jahre 1828betrug der Werth der Seidenwaaren in Frankreich41,553,216 Fl. Die Geschicklichkeit der FranzösischenSeidenfabrikanten entstand aus einem Gesetze, den Lehr-ling bloß einer Fabrikations-Art zu widmen, wodurcher sich in dieser auch eine vorzügliche Geschicklichkeiterwerben konnte.
In Spanien ist die Seidenfabrikation auch schonI früh betrieben worden, doch fehlen darüber hinlänglicheNachrichten. Die Stadt Valencia hat über 4000große und kleine Weberstühle, und man schaßt den Werthder Seide, die das Königreich Valencia jährlich gewinnt,auf 6 bis 7 Millionen Piaster. Im letzten Drittel desverwichenenJahrhunderts, unter derRegierungKarlSdesVierten, nahm man sehr ernsthafteMaaßregeln, umdie Seidenfabrikation empor zu bringen, welches auchdie Folge hatte, daß sich in ganz Katalonien, so wie inGranada, Cordova, Sevilla rc. Seidenweberstühle aus-breiteten, die an Schnupftüchern, Bändern und einfa-cheren Seidenzeugen ungefähr so viel lieferten, als zuminländischen Verbrauch nöthig ist. Das KönigreichValencia war vom Beginnen des Seidenbaues inSpanien an, der Hauptsitz der inländischen Gewerbsam-keit. Die Seide, die man daselbst, so wie in den an-dern Provinzen gewann, reichte nicht nur hin eineMenge inländischer Fabriken damit zu versehen, son-