Seidenmanufaktur. 417
werde«, diesen Mangel sogleich abzuhelfen. Auchwäre es nicht zu tadeln, wenn Fabriken-DepartementSdahin wirkten, durch Aufmunterung in Vertheilungvon Preisen die Seidenfabrikation zu heben, weil durchgute Waaren nur der Credit im Auslande steigen kann.Dieses sind nun bis zu Anfange dieses Jahrhundertsimmer noch die Ursachen gewesen, daß unsere Seiden«waaren nicht mit denen Englands und Frankreichs sichhaben auf dem Markts erhalten können, und daß selbstdie Französischen Waaren bis auf die neueste Zeit im«mer ein gewisses Uebergewicht in Deutschland behaltenhaben, und welches Uebergewicht bei der jetzigen Ge«werbefreiheit noch sichtbarer geworden zu seyn scheint.
Unter den Deutschen Staaten verdient Oesterreichin Hinsicht seiner Seiden-Manufakturen den erste»Rang, der Hauptsitz derselben in den OesterreichischesStaaten ist im Lande unter der Ens, in und um Wien;in Tyrol und im Lombardisch-Venetianischen König-reiche. Im erst genannten Lande beschäftiget die Sei-denfabrikation an 160,000 Arbeiter. Im letzten Drit-tel des verwichenen JahrhunderS hatten die Fabrikenin und um Wien allein über 800 Stühle mit 20,000Arbeitern; dagegen waren im Jahre 1822 in und umWien nur 500 Stühle für Seidenzeug und Floret-band; daselbst ist auch der Lyoner Stuhl, oder die soge-nannte Jacquartmaschine eingeführt; auch die Seiden-zeugfabrik zu Leobersdorf hinter Baden, die ganz ausselbst webenden Stühlen besteht und vonWasser in Be-wegung gesetzt wird, ist merkwürdig. In Tyrol bear-beitet besonders Roveredo viele Italienische und in-ländische Seide und zählt mehrere Seidenmanufakturen,die über 4000 Seidenarbeiter beschäftigen, deren Fabri-kat zu Ende des verwichenen Jahrhunderts auf 36Mill. Fl. stieg. Auch in Jllyrien und Böhmen sindSeidenmanufakturen. Letztere lieferten im Jahre1782 an 448,260 Gulden an Werth; besonders blü-<l>ec. tech. Enc» Theil OLH. D d