Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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418 Seidenmanilfaktur.

hen die Seidenmanufakturen in Prag, welche zwar inden ersten LüstreS dieses Jahrhunders sehr gelitten ha>ben, dennoch in den Jahren 1811 und 1812 an 70 bis80,000 Fl. Waaren lieferten; auch sind in dieser StadtSeidenband- und seidene Strumpf-Manufakturen.Auch Mahren, Ungarn und Steiermark haben Seiden-fabriken. Wichtig sind dem Kaiserstaate die Seidenfa-briken im Lombardisch-Venetianischen Königreiche, woüber 100,000 Menschen mit Seidenarbeiten beschäfti-get sind; in der Provinz Vicenza allein 37,000 Spin-ner und Weber. Die größten Fabriken sind in May.land, Monza, Pavia, Cremona, Como, Bergamo, Ve-rona, Venedig, Vicenza, Bassano, Padua, rc.; auchwerden in den genannten Provinzen dieses KönigreichsFioretseiden-Zeuge gewebt, die aber doch denselben Zeu-gen aus Schweizer Fabriken nachstehen sollen, weilman das Spinnen der Floretseide nicht so gut daselbstversteht, wie in der Schweiz. Auch Halbseiden-Zeuge liefert dieses Königreich, so wie auch Wien. Sei-dene Bänder werden in der Umgegend Wiens verfertiget.

In Preußen beginnt die eigentliche Periode derSeidenmanufakturen mit der Einwanderung der Fran-zösischen Flüchtlinge zu Ende des I7ten Jahrhunderts;und zur Mitte des 18ten, nach dem RegierungS-AntrikteFriedrichs des Großen, erhielt sie einen neuenGlanz, der abwechselnd bis auf die neueste Zeit gedau-ert und sich jetzt immer mehr und mehr gehoben hat.Zu Ende des verwichenen Jahrhunderts beschäftigtedieser Manufakturzweig in der Provinz Brandenburgüber 5000 Arbeiter, welche für 2 Millionen Thaler anSeidenwaaren anfertigten, wovon über 1 MillionRthlr. in fremde Länder gingen. Sie verarbeitetenüber 70,000 Psd. rohe Seide. Im Jahre 1816 be-fanden sich in der Monarchie 6876 Stühle. Beson-ders bedeutend ist die Seidenfabrikation in Berlin, wo1801 auf 4130 Stühlen 5693 Arbeiter für 2,039,914Rthlr. Waaren lieferten; außer ihnen arbeiteten noch