Seidennianusaktur. 419
1537 Meister in Seide und 42 waren durch das Sei-denstricken beschäftiget. Die Stadt Crefeld in derProvinz Cleve-Berg hat an 12,000 Seidenfabrikanteuin und außer der Stadt. Schon in den 1780er Jah-ren gaben die'Seiden« Manufakturen dieser Stadt über5000 Arbeitern Beschäftigung uud Nahrung. Auchin den übrigen Provinzen, vorzüglich in den Städte»Magdeburg und Halle, sind Seiden-Manufakturen.Man verfertiget alle Arten von seidenen Zeugen, beson-ders Atlas, Tastet, Florence, Marcelline, GroSdeTourS,Gros de NapleS, PequinS, Levankine, SoisonS, Orsxlle solo, 11 08 cis 8t. 1>1aur8, Velour au^lois, Sam-mete, halbseidene Zeuge rc.
Auch in den übrigen Deutsche» Staaten, in Sach-sen, Bayern, Würtemberg, Hanover, Hes-sen-Casselrc. giebt es Seidenmanufakturen, die so-wohl ganz-, als halbseidene Waaren liefern; so z.B. hatdie Stadt Augsburg in Bayern ansehnliche Seiden-manufakturen. — In der Schweiz ist die Seidenma-nufaktur besonders im Kanton Zürich in Flor und be-schäftiget daselbst über 800 Arbeiter.
Rußland hatte schon zu den Zeiten PeterSdeSGroßen Seidenmanufakturen. Merkwürdig ist dieZatropeönowische Anstalt, welche unter derKaiserin Anna in Flor kam. Nach Büsching be-trug die Zahl der Seidenfabriken in Rußland 26; inJnoslaw, Moskowischen Gouvernements, sind allein3 Seidenmanufakturen, jede von 100 Weberstellen.Im Jahre 1815 bis 1820 besaß Rußland schon 150Seidenfabriken, s. auch oben, unter Seide und Sei-denbau, S.68. Bei steigender Kultur ist zu erwarten,daß sich dieser Industrie-Zweig immer mehr und mehr inRußland heben wird, besonders bei dereigenenBetreibungder Seidenraupenzucht, und bei den ihm nahe liegendenQuellen^ Persien und China, von wo aus es seine roheSeide zuk Verarbeitung wohlfeiler beziehen kann.
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