Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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420 Seidenmanufaktur.

In Dännemark und in Schweden und Norwe- >gen sind nur wenige Seidenmanufakturen, und washier an Seidenwaaren gebraucht wird, kommt größten- !theils aus dem Auslande.

In der Türkey ist die Seidenfabrikation besonders >in Klein-Asien zu Hause, zu Brussa, Mardin, Bagdad, !Haleb; dann zu Konstantinopel rc.; sie wird aber weni-ger von den Türken, sondern größkentheils von denGriechen, Armeniern rc. betrieben.

Wenn man, in Hinsicht der Seidenmanufakturen zuder rohen Seide, welche in jedem Lande gewonnenwird, ein Vergleich anstellt, so steht Frankreich, als dasglücklichste Land, oben an. Man gewahrt hier denkraftvollen Einfluß, welchen eine Regierung durchAufmunterung und Vorschub auf den Flor der Manu-fakturen haben kann. Nur durch jene Mittel konntensich die Seidenmanufakturen Frankreichs zu dem höch-sten Glänze erheben. Dieser Manufakturzweig be-schäftiget daselbst über 60,000 Stühle, und die Hälfte ^von der ganzen Seide, welche sie verarbeiten, wird imLande gewonnen. Die übrigen Staaten Europas,Spanien und Italien ausgenommen, sind gezwungenfast allen Stoff zu den Seidenmanufakturen, die sienach den Französischen angelegt haben, vom Auölandezubeziehen. Setzt man nun zu dem Vortheile, den die Fran-zosen hierin vor Andern haben, noch den hinzu, daß sieeine vorzügliche Gabe zur Verfertigung dieser Luxusge- igenstände, und eine bewundrungswürdige Fertigkeit inLiesen Sachen, eine unerschöpfliche Erfindungskraft,und einen unnachahmlichen Geschmack besitzen, so wirdman sich nicht darüber wundern, daß diese Nation, !was Mode, Geschmack und Luxuöbedürfniffe anbelangt,den Meister spielt, und daß die andern nur bloß nach-ahmen, indem die Französischen Seidenfabrikanten immermit Originalen hervortreten, die überall den Vorzugerhalten. Lord Sheffield giebt in seinem bekannten