Seidenmanufakturist. 429
dessen der Zeug auf seiner linken Seite gewebt wird.Ein solcher gewöhnlicher Stuhl zu Stoffen brauchtschon 400 Sempel und Bleyrutben. Alle Patronenzu dem blumigen Zeuge sind auf einem großen Pa-piere, größer, als natürlich vorgemalt, und durch Linienzur Kette durchkreuzt. Die Zeuge von goldnem odersilbernem Grunde mit Blumen von Seide werdenGold- oder Silberstofse, Brokat, genannt.Zu glänzenden Zeuge», als zum Atlas, bürstet man diegespannte Kette mit Gummiwasser und trocknet sieauf einem Kohlenkasten mit vier Rädern. Jede Farbeerfordert ihre eigene Gummirung. Die Wässerungs-maschine hat zwei übereinander liegende kupferneWalzen voll Kohlen um den mit Gummi ange-feuchteten Zeug, vermittelst eines Unter- und Ober-baumS, darüber in die Höhe zu treiben, wovon dieWellen entstehen. Gemohrte Zeuge oder Mohr hatman verschiedene Arten, von denen mehrere nicht mehrvorkommen, als gewässerter Mohr, Gold- und Sil-bsrmohr rc. Zuleht folgt der Sammet, dessen linkeSeite einen GroS de Toursgrund, und die rechte haa-rig oder rauh ist; s. Sammet, Th. 135, S. 429,die andern leichten Zeuge, wie Florence, Grisette,Kreppflor rc. müssen hier Übergängen werden, weilsie in eigenen Artikeln vorkommen, s. auchdenArtikelSeeiden weberey und Weberey. — Ueber dieSeidenmanufakturen, s. auch den Art. Ma-nufakturen und Fabriken, Th. 84.
Seidenmanufakturist, Seidenfabrikant, Fr.ölemukaoturier sois, der Inhaber einer Seiden-manufaktur oder Seidenfabrik, das heißt, der Unter-nehmer, Entrepreneur, einer großen Anstalt, in wel-cher seideneZeuge verfertiget werden. Ein sol-cher Unternehmer ist nicht immer ein gelernter Sei-denwirker, sondern gewöhnlich ein Kaufmann, derdieEllenwaarenhandlung erlernt, und sich daher auch