442 Seidenschwanz.
dem Seidenschwänze nichts weiter gemein hat, als daß /er, wie dieser, von dem Volke als ein Vorbote derPest angesehen wird. Daß der Name Böhmleindaher komme, daß dieser Vogel sich vorzüglich in Böh-men aufhalte und von dort auö sich weiter verbreite, isteben so ungegründet; denn er ist daselbst eben so wenigzu Hause, als in andern Gegenden Deuschlands, jaEuropas. Es ist aber möglich, sagt Zorn, daß ersich daselbst wegen seines Fraßes sehr gern aufhaltenmag, doch vermuthlich weiter aus den mitternächtlichenGegenden, wie andere Wachholdervpgel herstreichet.Nach einem Berichte des Fürsten Adam von Auers- !perganBrisson,soll dieser Vogel alle drei bis vierJahre von den Böhmischen und Steyermärkischen Ge-birgen im Anfange des Herbstes nach Oesterreich kom-men, zu Ende des Herbstes aber wieder dahin zurück-kehren ; übrigens sollen sie sich in Böhmen den ganzenWinter über nicht mehr sehen lassen.
Nach dem Berichte vieler Naturforscher, sollen diese jVögel sehr unruhig seyn, und durch ganz Europa zie- ^Heu, jedoch sich nicht immer zu einer bestimmten Zeit jin einem Lande zeigen; so z. B. zeigen sie sich bisweilenim nördlichen England, in Frankreich, in Italien, am jhäufigsten aber im nördlichen Deutschland rc. Es ist ^schwer, sagt Büffon, das eigentliche Klima dieses zVogels zu bestimmen. In Oesterreich glaubt mandaß es ein Böhmischer oder Steiermärkischer Vogelsei, weil er von dort herkommt, wie auch schon oben an-geführt worden; allein dieses ist nicht der Fall, eben sowenig, daß er seinen eigentlichen Aufenthalt in Preu- ^ßen, überhaupt in den Ländern an der Ostsee habe, ials auch in Rußland, Littauen, Polen rc. NachLinne lsollen sie in den Ländern jenseits Schweden sich aufhal-ten , und daselbst brüten. Skralenberg will, sie inder Tartarey in Felsenlöchern gefunden haben, woselbstsie auch nisten sollen; auch auf den Sudeten will. man