Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenschwanz. 443

sie angetroffen haben. In Frankreich und Englandsollen sie nur selten und in ziemlich entfernten Zeiträu-men kommen. Diejenigen, die sich daselbst im stärkstenWinter, und jederzeit in einer kleinen Anzahl haben se-hen lassen, hält Büffon für Verirrte, welche durch ir-gend einen Zufall getrennt und zu matt, sich mit ihrenReisegefährten zu vereinigen, oder allzujung waren,ihren Weg wieder zu finden. Auch könnte man hier.au« schließen, daß Frankreich, England und dieSchweiz Nicht auf dem Wege liegen, welchen dieHauptzüge verfolgen. Von Italien gilt dieses abernicht; denn man hat diese Vogel daselbst zu vielenMalen, besonders im December 1571, in großer Anzahlankommen gesehen. Die Scharen von hundert undmehrere waren nicht selten, und man fing oft an vier-zig mit einem Male. Auch im Februar des Jahres1530, als Karl der Fünfte sich zu Bologna krönenließ, fand dieses Statt. In den Ländern, wo dieseVögel nur zu unbestimmten Zeiten erscheinen, werdensie, wenn sie in großen Scharen ankommen, als Vorbo-ten von Unglücksfällen bei dem Volke betrachtet, z. B.als Verkündiget des Krieges, der Pest, Hungersnoth ro.Von diesen Begebenheiten müssen doch wenigstens dieErdbeben ausgenommen werden; denn man bemerkte imJahre 1551, daß diese Vögel, welche sich in Modena,Piazenza und fast allen Theilen Italiens verbreiteten,doch stets das Ferrarische Gebiet vermieden, als wennsie das Erdbeben, welches kurz nachher entstand, wobeisogar alle Vögel des Landes die Flucht ergriffen, vorherempfunden hätten. Daß die Kälte zu ihren Zügenaus einer Himmelsgegend in die andere nicht Veranlas-sung seyn kann, geht daraus hervor, daß sie ihre Reiseschon anfangs des Herbstes anfangen. Büffonistder Meinung, daß wohl eine außerordentliche Vermeh-rung dieser Vögel an ihren Wanderungen Schuld seynkönnte; allein andere Naturforscher glauben doch, daß