Seidenwirkerey. 471
einige'Zeit gelegen, und hierdurch schon etwas vonihrem Ansehen verloren haben, preßt. Fig. 8708 zeigt diePresse. Es ist ein auf vier Füßen ruhondeö starkesvierkantiges glattes Stück c> d. Die Füße e ck sinddurch Querstäbe 6 t miteinander verbunden. Ausdem Stücke a k ragen zwei senkrechte Ständer A her-vor, welche oben mit einem Querstäbe i vereiniget sind,und einen Galgen bilden. Ueber dem Stück 3 d istein schwerer Deckel k, welcher von starkem, eichenemHolz ist, und genau auf das unterste paßt., Durch denQuerstab i geht in der Mitte ein Loch, welches Schrau-bengänge hat, und worin eine hölzerne Schrauben-spindel steckt, welche vermittelst eines hölzernenSchraubenschlüssels m, der durch den Kopf n durchgeht,auf den Deckel geschraubt werden kann.
Sobald der Fabrikant nach Verhältniß seines zu ver-fertigenden Zeuges einen Ueberschlag gemacht hat, sogeht er an das Kettenscheeren. Hat er nämlich einenUeberschlag gemacht, wie breit sein Zeüg seyn soll, wieviel Fäden er in ein Riet seines Blattes, womit erdiesen Zeug weben soll, nehmen muß, so theilt er sichseine Rollen auf dem Scheerrahmen ein. Er rechnetvermöge seines Rietblattes, seine Gänge aus, welchebald mehr, bald weniger Fäden haben. Halb so vielRollen mit Seide, als der Gang Fäden haben soll, ge-hören zu einem Gange, weil einmal herauf und heruntergeschoren einen Gang ausmacht. Sobald er seineRollen geordnet hat, so nimmt er alle die Enden voneiner jeden Rolle, knüpft sie sämmtlich zusammen, ziehtsie durch den Führer >v, Fig. 8702, durch die beiden ei-sernen Stäbe ^ und an, und zwischen die Glasenden2 und t 3 durch, und hängt die zusammengebundenenEnden auf den Nagel der Querlatte Z A. Dann machter den Anfang mit den Fingern das Kreuz einzulesen,nnd sondert, vermittelst der Finger, das Ober-und Unter-gelese folgendergestalt von einander ab. Die Rollen