472 Seidenwirkerey.
sind nach der Reihe in den Abtheilungen der Sckeer-latte so geordnet, daß in jeder gleich viel sind, und wenndie Kette einfarbig ist, so macht ihm das Gelese keineSchwierigkeit, bei streifigen Ketten muß er aber mehrAufmerksamkeit anwenden, s. Th. 141, S. 47Z. DerScheerer bedient sich manchmal folgenden Mittels, da-mit bei dem Umscheeren die Fäden sich nicht an einerStelle allzudick aufwickeln. Wenn die Gange aus vie-len Fäden bestehen, die Umgänge daher sehr dick ansein-ander liegen und verursachen, daß sich die Fäden, dieauf einer Stelle allzudick auf einander liegen, herunter-schieben, und sich verwirren, so muß er dahin sehen, daßsich ein jeder umwickelnder Gang auf eine andere Stellelegt, eben so, wie der Weiser der Wickelmaschineden sich aufwickelnden Faden auf der Spule immer aufeine andere Stelle leitet. Um dieses zu bewerkstelligen,ist an der Säule cz seiner Scheermühle, Fig.8702, eineei-serne Spule, woran ein Stirnrad sitzt. Auf der Spuleist eine Schnur aufgewickelt, welche mit dem einenEnde an den Führer angebunden ist. Wenn er nunseinen zu scheerenden Gang auf eine andere Stelle len-ken will, so dreht er diese eiserne Spule nur etwasherum, und zieht auf diese Weise den Führer etwas hö-her, wodurch verursacht wird, daß der neu geschorneGang nicht auf die vorhergehende Stelle, sondern aufeine andere zu liegen kommt. Kann er nun nicht mehrseinen Gang höher über die Mitte seiner Lage lenken,sondern muß solches unter der Mitte geschehen, so drehter die eiserne Spule zurück, und der Führer senkt sichherunter unter die Mitte des Ganges. Damit derFührer in seiner veränderten Lage, unbeweglich stehenbleibe, so ist an der eisernen Spule ein Sperrkegel an-gebracht, der in einen Zahn des Stirnrades greift unddie Rolle fest hält, damit sich die Schnur von derselbennicht abwickeln kann. Das Herauf- und Herunter-gehen des Führers wird durch die eiserne Spule bewirkt,