Seidenwirkerey. 473
welche oberwärtS auf einer Rolle dermaßen befestigetist, daß sie bei dem Scbeeren mit herauf und heruntergehen kann. Der Abstand der Gänge der Kettenfädenauf der Scheermühle entsteht durch die Bewegung desFührers; denn da dieser mit herauf und heruntergeht,so kommt eine Umlage der Kettenfäden eben so weit voneinander zu liegen, als der Führer dick ist. Wenn derFührer im Scheeren bis unten an die Latte K K gesunkenist, so legterallediesezusammengeschorneFädenunterdenNagel 2, und über den Nagel 1, schlingt sie über diesen vonunten herum, und über den zweiten wieder herauf, undseine Scheerung nimmt jetzt wieder einen entgegengesetztenGang. Denn beim Linksumdrehen der Kurbel, gehtdie Scheibe gleichfalls links um, und mit dieser vermit-telst der Schnur auch die Scheermühle, und die Ketten-fäden gehen wieder hinauf. Die Saite 6 6 zieht dieFührer über die Rollen o e und 6 ä herauf, und wickeltsich auf den Zapfen in der Welle I. So wie der. Füh-rer so weit erhöhet ist, als er seyn kann, so hat sich auchdie Saite völlig auf den Zapfen gewickelt, und LerFüh^rer kann nicht weiter steigen. Ist man nun mit demScheeren wieder bis oben gekommen, so wird auf dienämliche Art, wie das erste Mal, die Fäden über diebeiden Nägel ikk eingelesen, und man macht das Band-oder Fadenkreuz, weil immer ein Faden um den andernins Kreuz einge lesen ist. Das Umlegen der Kette, umdie Nägel ti, wird das Fuß kreuz oder auch dasGangkreuz genannt, weil hier nicht Fäden um dieNägel gejchlungen werden, sondern halbe oder ganzeGänge, je nachdem geschoren wird. Reißt der Fadeneiner Spule auf dem Scheerrahmen und sie steht stille,so muß er den sich auf die Scheermühle gewickelten Fa«den wieder zurück holen, um ihn zusammen zu knüpfen,dieses geschieht mit einem Kreuzknoten. Bei dieserArt zu scheeren, welche in Berlin die gewöhnlichste ist,müssen jedesmal die Fäden eingelesen werden, wenn der