480 Seidenwirkerey.
nun das Ende der Kette an den Stab -r? des Span»,gurts angeknüpft ist, so wird die Kette vermittelst einesKreuzes nach und nach auf die Trommel gewickelt; dasBrett x auf den Stab t gelegt, mit so viel Steinen be-schwert, als die Trommel stark oder nur schwach ge-spannt werden soll, welches nach der Stärke oder Schwä-che des Kettenfadens geschieht. Das Aufbäumen ge-schieht hier auf dieselbe Art, wie oben angeführt wor-den, nur daß sich hier die Kette, indem der Garnbaumumgedreht wird, von der Trommel von selbst in gleicherSpannung ab- und auf den Baum aufwickelt. Diewollene Kette wird auf dieselbe Weise auf einen andernBaum aufgebäumt. Alle einfarbige glatte Zeuge wer-den bloß auf einem Baum, alle andere aber auf zwei,auch wohl aufmehreren Bäumen gewebt, nachdem es dieBeschaffenheit ihrer künstlichen Einrichtung mit sichbringt. Eine festgesetzte Regel ist es aber immer beidiesen Manufakturisten, daß allemal derjenige Baun«mit seiner Kette, worauf die meisten Fäden sind, in demStuhl oben zu liegen kommt, mit einem Kunstausdrucke:die Kette, woammeistenzupußenist, kommtoben zu liegen. Durch dieses Putzen reiniget derWeber nämlich die Seide von den umher HangendenFasern und Knoten.
Sobald beide Ketten gehörig aufgebäumt sind, sowerden sie in den Stuhl gelegt. Der Seidenwirkermacht Lieserhalb den Oeffner mit dem Obertheil zu, undda dieser in den Seidenmanufakturen gemeiniglich inder Mitte des Obertheils eine Schraube hat, welche biszum Untertheil desselben geht; so schraubt er vermittelstderselben den Oeffner fest zusammen, damit er nicht aus-einander weichen kann. Die Enden der Gänge hat erzusammen gebunden, damit sich solche nicht auseinan-der geben können oder sich wohl gar durch die Nagelziehen. Die Backen an dem Weberstuhle, worein dieGarnbäume zu liegen kommen, sind so eingerichtet, daß