Seidenwirkerey. 481
die Lagen der beiden Hintern Backen k, etwas höherist, als die beiden vordem o. Der Baum mit denSeidenfäden kommt also in die Absähe t' zu liegen,der andere aber mit der Wolle in die Absätze e, so daßjener über diesen etwas darüber ragt und höher liegt.Der Arbeiter braucht zur Verfertigung des genanntenZeuges vier Flügel oder vier Schäfte, und zwei Tritte.Das Weben mit vier Schäften, da es auch mit zweien,wie bei den Leinwandwebern, geschehen könnte, geschiehtaus zwei Ursachen. 1) Werden die Kettenfäden betvier Schäften geschont, denn weil sich allemal zwei umeinander herauf und herunter begeben, so werden sienur halb so viel gescheuert, als wenn sie eins umS an-dere herauf und heruntergingen. 2) Ist die Arbeit auchweit lustiger, das heißt, die Faden stehen nicht so engein den Fitzen der Schäfte zusammen, als bei dem We-ben mit zwei Schäften. Das Rietblatt zu demMarle besteht z. B. aus 400 Rietstisten, und in sei-nen zwei Ketten hat er überhaupt 800 Fäden, nämlich600 seidene und 200 wollene. Es kommen in ein Riet3 Fäden Seide und in das andere Riet er'»- FadenWolle, so daß in die Hälfte des Rietblakkes die 600Fäden Seide, und in der andern Hälfte desselben 200Fäden Wolle einpassirt werden. Alle diese Fäden pas.strt der Weber in seine vier Flügel oder Schäfte, dasheißt, er muß einen jeden Faden durch ein Auge derSchaftschleifen durchziehen. ?Jeder Schaft muß daher200 Schleifen haben. Die Schäfte sind nämlich zweimit Zwirnschleifen vereinigte Stäbe, und in der Mitteeiner jeden Schleife ist ein Auge geschlungen, wodurchdie Kettenfäden gezogen werden.
In großen Seidenmanufakturen hat man die Ein-richtung getroffen, daß ein Stuhl zu einer Art Arbeitbeständig bleibt, das heißt, immer darauf derselbe Zeuggewebt wird, indem die Einrichtung des Geschirreszu seidenen Waaren viele Mühe und Fleiß erfordert.
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