Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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482 Seidenwirkerey.

Selbst diejenigen Seidenwirker, die genöthiget sind fürandere Fabrikanten zu arbeiten, suchen immer solche Ar.beit zu erhalten, wozu sie ihre Stühle schon eingerichtethaben; denn die erste Einrichtung eines solchen Stuh.les kostet Geld und Mühe wegen der vielen feinen Fä.den und Schnüre, und diese müssen bei jeder neuenEinrichtung anders gebunden und geknüpft werden,auch die Ergänzung der Schnüre macht viel zu thun.

Das Geschirr eines Stuhles sind alle diejenigenFäden, Schnüre oder Gurte des Stuhles, welche erzur ganzen Weberey gebraucht. Wenn ein neuerKamm oder Schaft gemacht wird, und die Fadenschlei,fen werden um die beiden Schäfte oder Stäbe geschluu-gen, so ist dieses eine Arbeit für zwei Personen. Jedermacht um seinen Stab eine Fadenhälfte oder Schleife,und beide Schleifen vereinigen sich in der Mitte, so daßsie daselbst ein Auge bilden. Die neuen Kämme machtder Seidenwirker auf folgende Weise. Er schlingt alleAugen der Letzten, indem er sie macht, über eine düumeiserne Ruthe, so daß sich auf dieser die Augen bilden.Die Stange steckt in dem Auge, so daß sie zwischen denbeiden Enden jeder Hälfte steckt. Au dem einen Endedieser eisernen Ruthe ist ein Loch, worin ein langerZwirnfaden steckt. Ist nun der ganze Schaft fertig,so zieht er die Ruthe aus den Augen heraus, zieht zugleicher Zeit den in dem Loche befindlichen Faden mit ^hinein, und läßt an beiden Seiten der Schäfte von dem iFaden etwas überhangen. Beide Enden bindet oder ^schürzt er vor den Hälften in der Mitte zusammen und !läßt den Faden in dem Schafte zurück. Dieser Faden ,steckt zwischen der obern und untern Hälfte unter demAuge, da wo die Schleife des Auges sich schließt. DieSchäfte des Seidenwirkers sind sehr weitläustig mitFadenschleifen bezogen, und sind so eingerichtet, daß aufeinem Schaft, der zu einer Art Zeug gewidmet ist, nie-mals mehr Letzen darauf haften, als Kettenfäden durch