Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenwirkerey. 485

ersten Theil in die Hand, sieht ob die Fäden alle gleichund glatt liegen, und wenn dieses nicht der Fall ist, sonimmt er eine Kleiderbürste, kehrt mit solcher von oben,von der schon ausgebreiteten Kette an, bis an die Kno-ten, um dadurch alle ungleiche Fäden gleich und geradezu machen, und nimmt eine Scheere, und schneidet dieKnoten völlig gleich weg, damit alle Enden gerade undeben sind. Das Wegschneiden dieser Knoten ist übri-gens keine Nothwendigkeit, sondern sie können eben sogut aufgeknüpft werden, allein es ist einmal ein alterBrauch bei den Seidenwirkern dieses zu thun; denn sie.geben vor, daß sich dann die Fäden untereinander ver-wirren, wenn sie beim Einpassiren einzeln aus dem Bün-del gezogen werden, wenn aber die Knoten weggeschnit-ten werden, so bleiben alle Enden gerade und gleich hän-gen, zumal wenn sie vorher mit der Bürste gleich gebürstetworden. Jetzt nimmt er diesen Bündel abgeschnittener Fä-den, breitet ein Buch weißesPapier von einander, und legtdie Seide hinein, und so auch die Enden der Wollfette,diese aber zwischen zwei andere Blätter des Buchs,macht das Buch zu, und umwickelt es mit einem Fadenoder einem Bande, so daß alle Enden der Kettenfädenvon beiden Ketten nicht zu gedrange in dem Buche lie-gen. Ehe er aber die Fäden in das Buch legt, hak ersie erst zwischen die Letzen aller Schäfte durchgesteckt,und wenn er sie auf die oben erwähnte Weise in demBuche zusammengebunden hat, so wickelt er noch eineSchnur um das Buch, und hängt es oben an den Rah-men. Das Buch hängt nun mit dem gewählten Theilder Kettenfäden vor den Schäften nach der Bank zu.Bei dem Einpassiren der Kettenfäden vor den Schäftennach der Bank zu. Bei dem Einpassiren der Ketten-faden müssen zwei Personen zugegen seyn, eine die vorden Schäften sitzt und einpassirc, und die andere hinterden Schäften, um die Fäden durchzulegen. Derjenige,