Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
486
JPEG-Download
 

486 Seidenwirkerey.

der vor den Schäften sitzt, hat ein kleines Instrumentwelches Passette oderPassiernadel genanntwird!Dieses Instrument ist ein in einem hölzernen Hefte stek-kendeS dünnes Messingblech, welches unten gegen LasHeft schmal, gegen das Ende vorn aber etwas breiterzugespitzt und gebogen ist, und an diesem Ende hat es ^auch ein Löchchen und einen gekrümmten Einschnitt.Der Einschnitt und das Loch dienen beide dazu, mit er-sterem den zugelangten Faden zu fassen, und ihn in dasLoch zubringen, damit er sich nicht mehr zurückziehe,wenn man denselben durch das Auge der Letze durchzie-hen will. Wenn nun bei der Eintheilung des Ritt-blattes die Hälfte Riete zur Seide, und die Hälfte zurWolle gebraucht worden, so folgt daraus, daß drciKet-tenfäden'von der Seide zwischen ein Riet gezogen wer-den müssen. Der Weber muß daher allemal erst dreiseidene Fäden der Schastletzen, und dann einen FadenWolle durch das Auge des vierten Schaftes durchziehen.Derjenige, der also hinter den Schäften sitzt, muß dieseOrdnung beobachten, und dem, der einpassirt, die Fä-den in der gedachten Ordnung zureichen. Das Ver-fahren geschieht daher auf folgende Weise. Der Ein-passirer hat sich an die linke Seite der Kette gestellt; dieFäden der Kette sind durch die beiden Ruthen r r, Fig.8699, des Weberstuhlö ausgebreitet, und die Enden,welche in dem Buche stecken, sind mit dem Buche gleich-falls etwas ausgespannt, so daß sie gerade liegen. Dieseidenen Kettenfäden liegen in dem Buche oben, unddie wollenen unten. Da nun einige Blätter zwischenbeiden liegen, so ist zwischen beiden ein, obgleich nurkleiner, Unterschied, welcher dem Zulanger hinlänglichanzeigt, wie er die seidenen und wollenen Fäden unter-scheiden soll. Jetzt fängt er an zuzulangen. Er suchtmit den Fingern der linken Hand den ersten Faden der >ausgespannten Kette, verfolgt mit den Fingern der rech- !ten Hand denselben bis beinahe an die Schäfte, zieht j