492 Seidenwirkerey.
Weben eingerichtet. Der Weber giebt seinen Ketten-faden eine Spannung, je nachdem es nöthig ist, undnachdem die Kettenfäden stark oder schwach sind mehroder weniger, und zwar vermittelst Stricke, welche erum die leeren Enden der Kettenbäume wickelt, und andiese Stricke hängt er Steine oder Gewichte, damit dieKetre nach Verlangen so straff liege, als es erforderlichist. Wenn der Weber nun weben will, so läßt er sichzu diesem Zeuge von wollenen Strähnen, die auf dieWinde gehangen werden, auf kleinen Röhrchen, welcheauf die Spille eines SpulradeS gesteckt sind, Wolle zumEinschlag spulen. Diese Röhrchen steckt er hernachauf ein kleines Stiftchen, welches er in die Schütze seht.Er setzt sich nun auf sein Brett vor den Zeugbaum,tritt mit dem einen Fuß den rechten Tritt, schießt seinenFaden ein, tritt mit dem andern Fuß den zweiten Tritt,und schlägt mit dem Blatte in der Lade seinen Einschuß-faden ein, und fährt so fort zu weben. Hat er nun einEnde Zeug gewebt, so bedeckt er die fertige Arbeit miteinem Leder, welches mit Riemen unter dem Baume be-festiget ist, und bewahrt hierdurch die Arbeit für denSchmutz. Damit der Zeug aber nach der Breite im-mer straff ausgespannt liegt, und die Lade bei demAus-schlagen wirken kann, so spannt er den Zeug nach derBreite, wie alle übrige Stuhlarbeiter, mit einem Stäbeaus, der aus zwei Theilen zusammen gesetzt ist, an bei-den Enden Stacheln hat und Tempel heißt, und stecktihn nämlich der Breite nach ins Zeug. Ist seineKettevon schwachen Fäden, so ist seine Arbeit sehr mühsam,und er ist genöthigek, öfters zu knüpfen. Dieses-halb hat er denn auch über dem Stuhl auf Rollen Fä-den von der Art zu hangen, woraus seineKette besteht.Er hilft sich auch öfters noch durch ein anderes Mittel,indem er die Kette mir Gummiwasser bürstet, damit dieFäden dadurch gestärkt werden, welches aber getadelt