Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenwirkerey. 493

wird, und also nicht geschehen sollte. Das Bürstenohne Gummiwasser muß aber geschehen, damit die Fadenqlatt werden; denn wenn sie rauh sind, so verwirren siesich, und werden in den Schäften entzryei gescheuert.

Dieses ist nun die ganze Einrichtung jdes Stuhls zuden einfachen Zeugen, welche Einrichtung, einmal ge-macht, viele Jahre zu dem nämlichen Zeuge dienenkann.' Bei dem zweiten Weben der genannten Zeugehat er nicht mehr so viel Arbeit mit dem Stuhl; denner laßt von seiner ersten Kette so viU übrig, daß derUeberrest noch in dem Blatte und in den Schäften steckt,welcher Ueberrest Drom genannt wird. Der Arbeiterbraucht also die Fäden seiner zweiten Kette nicht einzu-passiren, sondern er dreht sie nur an, das ist, wenn ermit seiner neuen Kette, woraus er eben den Zeug we-den will, das nämliche vorgenommen hat, was er mitder ersten bei dem Scheeren, Aufbäumen rc. vornahm,so braucht er die Fäden, anstatt sie einzupasstren, nuran die Faden des Droms Faden für Faden anzudrehen,welche Arbeit er mit einer besonderen Leichtigkeit ver-richtet. Seine Fäden des alten Droms hangen, sowie sie von dem farbigen Zeuge abgeschnitten sind, hin-ter den Schäften nach der Reihe herunter. Die Fädender neuen Kette werde», nachdem sie aufgebäumt, unddie Ruthen eingesteckt sind, eben so, wie bei der erstenEinrichtung, in Theile getheilt und gebunden. BeimAndrehen selbst seht sich der Weber in den Stuhl hin-ter die Schäfte, und vor die alten Dromfäden, sodaß die neue Kette zur rechten Hand ist. Erschneidet den Knoten von einem Theile der Ketteab, so wie das erste Mal, und nun fängt eran die neuen an die alten Fäden anzudrehen,einen jeden neuen, an jeden alten, zu dem er gehört,indem er mit den Fingern beide Fäden zusammendrehtund vereiniget, welches mit einer großen Geschwindig-keit geschieht. Man hat geglaubt, daß durch das bloße