Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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494 Seidenwirkerey. !

Andrehen die Fäden nicht zusammen halten würden-allein die Erfahrung lehrt das Gegentheil. Die FÄenhalten so gut zusammen, daß sie alles das ausstehenkönnen, was mit ihnen vorgenommen werden muß-denn sie werden vermöge des umgedrehten Zeugbaums'woran der alte Drom festsitzt, sowohl durch die Augender Schäfte, als auch durch die Rietstifte gezogen, undsie muß bei dem Anfange deS Webens alle Erschütterungausstehen, ohne zu reißen. Von den Zeugen, ausWolle und Seide gemischt, werden sowohl einfarbige,glatte, als auch streifige von verschiedenen Farben der-fertiget, und dann auch faconnirte und gezogene nachallen Mustern, wie man es verlangt. Man macht nundergleichen streifige Zeuge, da die Verfertigung der glat-ten schon obenerwähnt worden, auf folgende Weise: An-genommen, daß dieser Zeug aus zweierlei Farben beste-hen soll, wovon die eine grüne Seide ist, die andereaber Wolle von brauner Farbe, so müssen, wie beiderersten einfarbigen Art, zwei Ketten geschoren werde«,das heißt, Seide und Wolle jedes besonders. DasRietblatt steht auch hier 400 Riet hoch, und eS werdenauch hier 6 Riet mit Seidenfäden und 3 Riet mitwollenen Fäden einpassirt, so gehören auch zwei Theile ides RietS zur Seide und ein Theil zur Wolle. DerWeber nimmt zu diesem Zeuge zwei Fäden Seide ineinem Riete, daher ist es schlechter, als das glatte, auchist es überhaupt lästiger gemacht, indem die Riete, wo-rin die wollenen Fäden eingezogen werden, durchbrochensind, daö ist, das Blatt ist entweder schon so verferti-get, daß die Zwischenräume derjenigen Riete, wo dieWolle einpassirt wird, noch einmal so weit sind, als die-jenigen, wo die seidenen Fäden eingezogen werden, oderman bricht da, wo die wollenen Fäden einpassirt werdensollen, allemal ein Riecstift aus, um hier zwei angrän-zenden Rietstifte» den erforderlichen Abstand zu geben,