! Seidenwirkerey. 495
aus welcher Ursache das Zeug sehr locker werden muß.Er nimmt hier auch nicht so viele Fäden als bei jenemgenommen werden; denn dort hatte er überhaupt 800Fäden, 600 seidene und 200 wollene; allein hier hat ernur nach seiner gemachten Einrichtung überhaupt 665Fäden, sowohl seidene, als wollene; denn angenommen,daß die Streifen dieses Zeuges auö 6» doppelten FädenSeide und 3 Fäden Wolle bestehen, so braucht er zurSeide 532 Fäden, und da er dreimal so viel Seidebraucht, als Wolle, so braucht er von dieser 133 Fä-den, welches die obige Anzahl Faden beträgt. Er kanndiese 532 Fäden, wie bei der ersten Gattung, zu 30Fäden in jedem Gange scheeren, und daher scheert erdiese auch mit 15 Rollen und beobachtet hier bei demScheeren desselben, was er oben S. 492 beobachtenmußte. Seine wollene Kette kann er gleichfalls zu10 Fäden mit 5 Rollen scheeren; bei den seidenen Fä-den scheeret er 17 Gänge und 22 Fäden, und bei denwollenen scheert er 13 Gänge und 3 Fäden. Nach demScheeren wird mit der Kette alles das vorgenommen,was oben bei dem glatten einfarbigen Zeuge gesagtworden. Das Einpassiren geschieht hier auf folgendeWeise. Die Kettenfäden der Seide passirt er durchdie Schäfte, von hinten nach vorne, dreimal durch, sodaß er zwölf seidene Kettenfäden durch die Augen dervier Schäfte durchzieht; dann passirt er drei Kettenfä-den von der Wolle auch von hinken nach vorn, und! hierauf wieder einen seidenen Faden durch den vorder-sten Schaft; und so fährt er fort immer zwölf seideneFäden und dann drei wollene einzuziehen, wie e§ dienatürliche Folge der Schäfte mit sich bringt. Wennnun die Kettenfäden durch die Schäfte gezogen werden,zieht er durch jedes Riet stets zwei seidene Fäden, aberin die folgenden drei nur in jedes einen wollenen Faden.Nachdem die Kantenfäden der Kette auch zu zwei Fä-den in das Riet eingezogen worden, so werden die bei«