Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenwirkerey. 511

I Stabes, woran ein Gewicht hängend befestiget ist, derBaum oder die Rolle gespannt. Man hat nämlichum das eine Ende des Baumes ein Tau gewickelt undbefestiget, wodurch ein Stock wagrecht durchgestochenist, woran an dem einen Ende ein Gewicht hängt.Vorne unter der Rolle 1c, etwas vorwärts, wird aufzwei Absätzen, welche an dem Schrägen befestiget sind,ein hölzerner Kasten, der mit Mauersteinen ausgefüt-tert ist, gestellt, und in diesem Kasten brennt ein Koh-lenfeuer, und über dieses Kohlenfeuer wird der Zeugauf die Rolle gerollt. Die Appretur wird nun auffolgende Weise gemacht. Der Appreteur steht vor derRolle Ic, und eine Person dreht an dem Kreuze dieRolle herum, und wickelt den zu glänzenden Zeug auf.Noch eine andere Person steht von der andern Seite,und zieht, so wie der Appreteur, den Zeug von beiden! Seiten der Kanten so viel, wie möglich, und so viel esI sich thun laßt, aus. Der Strick mit dem Stock und' Gewicht giebt der Rolle die erforderliche Spannung,

^ so viel als die Stärke des Zeuges es erlaubt. Will! man die Spannung vornehmen, so zieht man das Ge-wicht vorn nach der Spitze des Stabes, will man siedagegen allmählig vermindern, so schiebt man das Ge-wicht immer näher nach der Mitte des Stabes zu.Indem nun auf diese Weise der Zeug über dem Koh-lenfeuer ausgebreitet, auf die Rolle ic gerollt wird,müssen die beiden Personen die Kanten genau undgleich ausbreiten und ausziehen. Es geschieht zumöfter«, daß ein Zeug, wenn der Appreteur nicht genauAcht giebt, zerreißt, welches er auf folgende Weise ver-meiden kann. Wenn er beim Ausrollen und starkenAusdehnen hört, daß die Kanten knistern, welches inder Sprache des Professionisten plaudern heißt, so mußer dem, der die Rolle umdreht, zurufen, daß er vonder Spannung etwas nachläßt. Wenn sich das Plau-dern vermehrt, ist er oft nicht im Stande, die Span-