512 Seidenwirkerey.
nung hinreichend zu vermindern'; dann muß derjenigewelcher an der einen Kante steht, dem Zeuge von der >Rolle 1 nachhelfen, damit er so locker, wie möglich,gehe und nicht gänzlich reiße, welches sonst sehr baldgeschieht; denn plaudert erst die Kante, so ist es sehr Ileicht, daß der ganze Zeug mit entzwei reißt, woranaber auch der Weber Schuld ist, daß solches beim Ap.pretiren geschieht, wenn er nämlich beim Weben den !Tempel oder den Stab, welcher mit seinen Stiften an ^den beiden Enden in die Kante des Zeuges eingestecktwird, zu genau in die Kante eingesteckt hat,j wodurchdie Kante zerreißt. Man glättet den Zeug durchdas starke Ausspannen und durch die Hitze desuntergesetzten Kohlenfeuers. Das eingespritzteWasser dringt dann in den Zeug, zieht es gleichsamzusammen, und macht, daß es aufschwillt. Das Feuersengt die rauhen Fäserchen der Baumwolle oder Wolleab, und macht den Zeug glatt, wozu.die starse Span-nung bei dem Aufwickeln das Ihrige mit beitragt.Das Bespritzen mit Wasser geschieht aus der «linkenSeite, wenn es solche Zeuge sind, die auf einer Seiterechts, auf der andern links sind; sind sie aber auf bei-den Seite rechts, so muß man sich diejenige Seitemerken, welche bespritzt ist, damit man solche bei derAppretur unten nimmt, weil dieses die linke Seitewird. Das leinene Tuch ist deswegen angenähet, da-mit das Stück Zeug bis ganz zu Ende gut ausgespanntüber dem Feuer nach der Rolle geführt werden kann.Aus einem Stücke solchen appretirten Zeuges machtman gewöhnlich zwei Stücke, jedes von 60 Ellen, in-dem man eö voneinander schneidet; daher muß dieKette 125 Ellen lang geschoren werden, da sich fünfEllen einweben. Nachdem das Appretiern geschehen,wird der Zeug von der Rolle abgewickelt, in Tafeln ge-legt, oder Schichtweise zusammengelegt, das Ende um daSganze Stück gerollt, und solches zum Verkauf fortgelegt.