Seidenwirkerey. 513
j Was nun die Fabrikation der glatten seide-! nenZeuge anbetrifft, so wird dabei folgendes beobach-tet. Man versteht unter dem Namen glatte seideneZeuge, diejenigen seidenen Gewebe, worin die Ketten-fäden nach der Lange und der Einschuß nach der Breitein gerader Linie fortlaufen, ohne davon abzuweichen, und! einen! Körper zu bilden. Zu diesen Zeugen gehören:die Taffete; die Gros de Tours, Le van tine rc.,welche Gattungen sich dann wieder in verschiedene Ar-ten abtheilen; z. B. in glatte und faconnirte;der Tastet ist gewöhnlich eine Elle, auch 1H Elle breit.Der Zindeltaffet steht im Blatte 1400 Riet hoch, zuzwei einfachen Fäden in jedem Riete; folglich sind 2800Faden in der Kette. Die Kette ist von guter feinerSeide, die von 24 bis 33 auch 34 As in der Gütesteigt. Nachdem der Tastet gut oder schlecht ist, wirdauch die Seide schlechter oder bester gewählt. Gewöhn-lich wird die Kette mit 40 Rollen geschoren und derGänge sind 35 zu 80 Fäden. Bei dem Scheeren undAufbäumen der Kette auf die Trommel und den Baummuß Alles dasjenige beobachtet werden, was schon obenbei den halbseidenen Zeugen gesagt worden. Bei demerwähnten Tastet gebraucht der Weber zum Einpas-streu der Fäden vier Flügel und zwei Fußtritte. Erpassirt die Fäden in die Schäfte von hinten nach vorne,und der Cours oder Lauf der Fäden hat in den Schäf-^ ten eine und dieselbe Richtung; nachher zieht er zweiFäden in ein Riet, so daß aus zwei Flügeln oder Schäf-ten die Fäden in ein Riet gezogen werden. Die Schafteselbst werden an die beiden Fußtritte angebunden, so daßder dritte und erste an den ersten Fußtritt rechter Hand,und der zweite und vierte oder hinterste Schaft an denzweiten Fußtritt linker Hand angebunden wird. Eswechseln daher bei dem Treten eines jeden Trittes zweiSchäfte, so daß immer zwei herauf und herunter gehen;auch hier hat»ein jeder Schaft seinen Tümler und seine<vec. rechn. Em, Theil 01.11. K k