Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
514
JPEG-Download
 

514 Seidenwirkerey.

kurze und lange Latten. Bei dem Weben wird allesdasjenige beobachtet, was oben schon gesagt worden.Besonders muß er hier beim Pußen sehr aufmerksamseyn; denn da die Kette gemeiniglich aus der feinstenOrgansinseide besteht, so würden die Heckerschüsse umso öfterer entstehen, wenn die Faden nicht von allenFasern gesäubert würden. Wenn die Kette nicht sehrreißt, so kaun er, das Puhen mit einbegriffen, jedenTag 4 Ellen gemächlich verfertigen.

Der gute Tastet, gewöhnlich EnglischerTaffekgenannt, ist gemeiniglich 1^ Elle breit, und steht 1600Riet im Blatte hoch, und vier Fäden werden in jedesRiet gezogen, daher hat die Kette 6400 Rieten.Scheert man sie mit 40 Rollen, so muß man 80 Gängezu 80 Fäden scheeren. Man braucht zu diesem Tastete 8Schäfte, und 2 auch 4Fußtritte, der Gang der Einpast-rung ist wie bei dem Zindeltaffet, nämlich von hinten nachvorne, und die Fäden von vier Schäften kommen in ei»Riet im Blakt. Braucht man nur zwei Fußtritte, sowerden die Schäfte 4 und 4 an einen Tritt gebunden,so daß immer ein Schaft den andern überspringt; näm-lich den Isten, 3ten, 5ten und 7ten an einen Tritt, dieandern 4 aber an den zweiten. Gebraucht man abervier Fußtritte, so bindet man den ersten und dritten anden ersten Fußtritt rechter Hand, und den zweiten u»dvierten an den zweiten Fußtritt rechter Hand. Dersechste und achte wird an den vierten oder ersten linkerHand gebunden, der fünfte und siebente an den zweite»folgenden linker Hand. Es wird auch mit beiden Fü-ßen getreten, entweder rechts und links, nach der Mittezu, oder aus der Mitte nach der rechten oder linkenHand. Wenn man mit vier Tritten glatte Zeuge macht,so muß man mit zwei Füßen nach der Mitte oder aus

der Mitte arbeiten, weil es sonst kein glatter Zeug würde,

sondern ein schräger oder geköperter, weil dieVerbin-dungö-Fäden nicht einer um den andern abbinden würde,