Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenwirkerey. 515

wenn die vier Tritte einer nach dem andern der Reihenach getreten würde«; denn schon der dritte Tritt würdeden Verbindungöfaden von der geraden Linie abführen,und der vierte würde solches noch mehr bewerkstelligen.Da aber hier bei dieser Einrichtung die Tritte von zweiSeiten gegeneinander und von einander getreten wer-den, so bleiben auch die Verbindungsfäden mit ihrenSchäften immer in einer grade» Richtung.

Der Gros de Tours oder Gros de NapleSist entweder 900 Riet im Blatte hoch oder 1000 Riet.Bei dem ersten hak jedes Riet vier doppelte Fäden,folglich wird die Kette zu 7200 einfachen Fäden gescho-ren, und wenn solche Mit 60 Rollen geschoren wird,so entstehen 45 Gänge zu 160 einfachen Fäden. Manbraucht hierzu 4 Schäfte und zwei Fußtritte, die obenso verbunden werden, als oben bei dem Tastet gezeigtworden. Bei dem 2tev werden acht einfache Fädenin ein Riet gezogen. Folglich braucht man 8000 Fä-den, welche mit 80 Rollen zu 50 Gängen geschorenwerden. Man webt ihn mit 8 Schäften und 4 Fuß-tritten, und es werden solche so verbunden und so ge-treten, als bei dergleichen Tastet. Der Gros de Na-ples unterscheidet sich von dem Tastet bloß darin, daßsein Einschlag aus vielfachen Fäden besteht, so daß,nachdem derselbe stark seyn soll, ein 3,4, 6 bis 7 facherEinschlagsfaden eingeschossen wird. Hierdurch erhältder Zeug starke Ribben, die weniger oder mehr dicksind, nach dem Verhältniß des eingeschossenen Fadens.Es muß bei dem Weben auch gut angeschlagen werden,damit der Einschlag so dicht, als möglich, angetriebenwerde. Wenn man diesen Zeug, so wie auch den Taf-fet, changirt weben will, so nimmt man eine Seide voneiner Farbe zur Kette, und eine andere Farbe zum Ein-schlag, welches dann, zumal wenn die abwechselndenFarben gut gewählt worden, dem Zeuge ein schönesschillerndes Ansehen giebt.

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