> Seidenwirkerey. 533
che Zeuge auch nur schlechtweg faconnirten Gros deTours, Atlaß oder Levantine, worunter man dann einensolchen Zeug versteht, wo auf diesem glatten oder gekö-perten Grunde sich Figuren bilden,i Die Spiegel- oder Brillauttaffete, faconnirten Levan-
I tine, werden mit verschiedenen Figuren gemacht, z. B.mit kleinen Quadraten oder Steinen Schachbrettartig,oder mit Rauten, Tippeln, Sträußern rc. Ist ein aus-! gezackter Theil in einer solchen Figur, so wird derselbeH Wetterstrahl genannt, das heißt, dieser Strahlwird durch lauter kleine Quadrate oder Steine zusam-mengesetzt, und mehrere solche zusammengesetzte Theileerstrecken sich in gerader Linie durch die ganze Breite desZeuges. Allemal zwischen solchen Wettrrstrahlen bil-den sich Carreaux, so daß immer ein Wetterstrahl undeine Reihe von Carreaux abwechseln. Der Wetter-strahl, als auch die Carreaux bilden sich durch die Ketten-fäden in den nämlichen Schäften, indem die erforderli-chen Kettenfaden eines jeden Steines so lange in derHöhe bleiben, bis durch die Einschlagfaden ihre Größehervorgebracht ist. Der Fabrikant gebraucht zu diesemZeuge 8 Schäfte und 5 Fußtritte, nämlich 4 Fußtrittein der Bildung der Steine, und den 5ten zum Binde-schuß, um sowohl durch den letzten die Unterscheidungs-linie eines jeden Steines hervorzubringen, als auch die, Verbindung des TaffetgrundeS zu bewerkstelligen. Die-ser Zeug kann auch mit vier Schäften gewebt werden;allein er braucht deswegen acht Schäfte, damit derZeug luftig in der Arbeit gehe, wie solches bei vielenandern Zeugen geschieht. Die Kette wird wie zu einemgewöhnlichen Tastet geschoren und auf den Baum ge-bracht. Beim Einpassiren werden die acht Schafte inzwei Theile getheilt und eine vierfache Empassirung indie Schäfte öorgenommen; denn durch jede Einpassi-rung muß ein Schaft einen Stein hervorbringen.. Erpassirt daher den ersten Faden von seiner Figur in den