Seidenwirkerey. 541
ten Schnüre werden Zusammen die Branchen genannt.Alle diese einzelnen Fäden werden zuletzt, wenn das Mu-ster eingelesen ist, in verschiedene Theile getheilt. Nach-dem es erforderlich ist, werden bald mehr, bald wenigerSchnüre mit einer Schnur vermittelst eines KnotenVvereiniget, welche letzten Schnüre Kegelschnur hei-ßen, weil eine jede dieser Schnur, nachdem sie durch einLoch des untern Kegelbrettes durchgezogen ist, an einenhölzernen Kegel angebunden wird. In dem Kegel-brette müssen verschiedene Reihen Löcher seyn, weil einejede Schnur und jeder Kegel ihr Loch haben muß; dennwenn ei« Kegel gezogen wird, so zieht derselbe die Ke-gelschnur an, und diese zieht alle an denselben gebunde-nen Branchen; jede Branche zieht eine mit ihr ver-einigte Hauptbranche, und diese eine Rahmenschnur,und den mit ihr vereinigten Schaft. So viele Bran-chen also an einer Kegelschnur angebunden sind, ebenso viele Schäfte werden durch den Zug eines Kegelsin die Höhe gezogen. Die Schnüre mit Bley verse-hen, dienen dazu die Schäfte und Kegel nach voll-führten» Zuge wieder in ihre alte Lage zu bringen;auch hat man besondere Schnüre mit Bley der Kegelwillen auf der andern Seite dem Kegel gegenüber ange-bracht. Diese Bleystücke mit ihren Schnüren hängensenkrecht herab, und die Spitzen der Schnüre sind durchein mit verschiedenen Reihen Löchern versehenes Brett-chen durchgezogen, und eine jede dieser Schnüre gehtüber eine Rolle des GaffeingS neben den Rahmen-schnüren. In dem Gasseing stecken noch einige über-flüssige Rollen, worüber keine Rahmenschnüre gehen, diealso zu den Bleyschnüren gebraucht werden können.Wenn alle die Bleyschnüre über die Rollen des Gas-seings geführt sind, so werden sie gemeinschaftlich mitden Rahmenschnüren an den Stab gebunden. Damitnun aber die Bleystücke nicht allein ihre Absicht erfüllen,sondern auch an der Zahl so wenig, als möglich, ange-