544 Seidenwirkerey.
gelschnur alle diejenigen Brauschen eingelesen sind, diealle Arkaden in die Höhe ziehen, die in allen Theilen desMusters eine Stelle der Figur bilden sollen, so kannman sich leicht vorstellen, wie viel Harnischschnüre durcheinen Zug in die Höhe gezogen werden. Auf dich»Stühlen werden von den Fabrikanten Zeuge verfertign,die ohne die Figurenfäden, noch besondere Grundfi!den haben, welche aber in dazu bestimmte Schäfte an-passirt werden müssen, auch hat öfters der Grund eine«Köper und daher diese Art von Stühlen auch Schäfte,Tümler, kurze und lange Latten, und Fußtritte. Aufdem zuerst erwähnten Stuhle, S.537, macht der Fa>brikant solche Zeuge, deren Bilder mit den wenigstenFigurenfäden bei einem jeden Kegelzuge hervorgebrachtwerden können; z. B. geblümten Gros de Napleö oderGros de Tours. Hat nun ein solcher Zeug in seinerganzen Breite siebzehn kleine Blumen, so müssen auchdie Schäfte darnach eingerichtet werden. Man brauchtdazu 100 Schäfte, und da sich, wie schon erwähnt, Lurchdie ganze Breite 17 Blümchen zeigen, so werden in je-dem Schafte zweimal 17 Fadenschleifen oder Lehen an-gebracht. Es werden hier allemal aus zwei Schäftenzwei doppelte Fäden in ein Riet einpassirt. Alle hun-dert Schäfte sind hier in zwei Theilen getheilt, so daßzu jedem Theile 50 Schäfte gehören. Man passirt zweidoppelte Fäden eines Schaftes der ersten Hälfte, nebstzwei doppelten Fäden eines Schaftes der andern Hälftezusammen in ein Riet; folglich ist ein jeder Schaft insiebzehn gleiche Theile eingetheilt, und in jedem Theilesind zwei Fadenschleifen, Letzen oder Hefel an-gebracht. Zu einem jeden Schaft gehören 17 PaarLetzen. Man gebraucht zu diesem Zeuge, da der Stuhl100 Schäfte hat, und in jedem 17 Paar Letzen sind,1700 Paar oder 3400 einzelne Letzen; folglich brauchtman 3400 doppelte Fäden oder 6800 einfache. Dahundert Schäfte mit ihren Stäben einen Raum von