Seidenwurmsäure. L65
roth, dagegen bemerkte derselbe beimAuökriechen desSchmetterlings, daß derselbe einen Saft von sich gab,welcher das Lackmuöpapier röthete, welchen Saft erdann bei weiterem Nachforschen in der Puppe oderVerwandlungshülse in einem eigenen, dem After nahegelegenenBehälter eingeschlossen fand, st wie vor derVerwandlung in der Raupe selbst, aus deren schwam-migem Gewebe er nach gemachten Einschnitten her-ausfiießt. Dieser Saft hat eine bernsteingelbe Farbe,und einen eigenen, ein wenig schleimigen Geschmack.Er röthet, st wie jede andere freie Saure, die blauenPsianzenfarben, und brauset mit allen milden Lau-gensalzen auf. Das Eisen wird durch diesen Eaftschnell angegriffen, geschwärzet und aufgelöset; daherkann man denselben auch nicht aus seinen Behälterndurch das Aufschneiden mit der Scheere rein erhalten.Auch andere leicht auflösliche Metalle, z. B. Zink,Bley und Kupfer greift er an. Von dem Weingeisteläßt er sich, jedoch mit Absetzung eines leichten, wei«ßen, schleimigen oder geronnenen lymphatischen Sal-zes auflösen, und giebt, mit Weingeist destillict, eineArt von Aether. Am reinsten erhielt Chaussierdie saure Feuchtigkeit, wenn er entweder 30 Loth ge-sunde und aus ihren rohen, übergebackenen, oder nachdem Bähen mit siedendem Wasserdampse abgewik-kelte Cocons herausgenommene Verwandlungshülsenin einem gläsernen Mörser zerrieb und dann dasZerriebene in Leinwand ausdrückte; und hierauf die18 Loth dicken, gelbliche», sauren Saft, die er gewann,nach und nach mit 11 Loth Weingeist vermischte, wo-bei sich aus der pomeranzengelben hellen Mischungder oben erwähnte helle Bodensatz schied; oder wenner auf die »«zerriebenen Hülsen Weingeist goß undsolche auszog, auf welche letztere Art er auch denEyern der Seidenwürmer die in ihnen enthalteneSäure abgewinnen konnte; die aber immer noch eine«