l Seidenzzucht. Seidenzurichtung. 567
' Seidenzucht, s. oben, den Art. Seide und Sei-denbau.
! Seidenzurichtung, Seidenappretur, heißt inden Seidenfabriken, und überhaupt bei seidenen Zeu-gen, denselben Glanz, Glatte und Steifigkeit ge-ben. Unter den seidenen Zeugen werden nur dieleichten Arten appretirt, zu welchen man nicht nurwenige und dünne Kettenfäden genommen, sondernauch nicht viel Seide einzuschlagen hat; denn diesebedürfen, daß man ihnen durch einen glänzenden An-strich ein Ansehen und eine Steife giebt, welche beideEigenschaften seidenreichere Zeuge von selbst haben.Die Maschine hierzu, wodurch den Zeugen, die ge-nannten Eigenschaften gegeben werden; s. unter Ap-preturmaschine, im Supplement, da man siehier wohl nicht suchen würde; auch der Name Ap-pretur für diese Zurichtung der üblichste oder ge-bräuchlichste ist. — Wie die halbseidene»Zeuge appretirt werden, s. oben, unter Seiden-wirkerey. Was die Appretur der gefärbtennnd gewaschenen Seiden zeuge betrifft, so isthier eher der Ort hierüber etwas zu sagen. Es istnicht selten der Fall, daß seidene Zeuge gefärbt undgewaschen werden, und ihnen nachher nicht das guteAnsehen und der schöne Seigengianz wieder gegebenwerden kann, wenn man die Kunst des Appretiren-nicht versteht. Und besonders ist dieses sehr wichtigin kleinen Städten und auf dem Lande, wo man oftwohl das Waschen und Färben dieser Zeuge versteht,aber nicht das Appretiern, und dann genäthiget ist, dieZeuge nach großen Städten, wo Appretur-Anstaltensind, zuschicken, oder siegleich daselbst beim Seidenfär-ber färben zu lassen. Hier nun der Unterricht, auf welcheArt man seine gefärbten oder gewaschenen Zeuge sichselbst appretiren kaun. Man kann nicht alleSeidenzeugeaus einerley Art appretiren, sondern jede Gattung er-