Seidenzwirner. Seift u. Seiftnsied. 569
daß sie durchschlägt, wodurch der Zeug an einigenStellen fleckig oder zu steif, oder zu schlaff und weichbleibt. Je stärker der Tastet ist, um so dünner mußauch das Gummi - Wasser seyn. Man hat aber beider Appretur nicht allein auf das Verhältniß derMaterie zur Stärke, sondern auch auf die Verschie-denheit der Farben zu sehen, indem nicht jede Farbeeinerlei Ingredienzen erfordert. Zum schwarzenZeuge kann Flöhsamen, Gummi, auch wohl Ochsen-galle gebraucht werden, da man die lebhafter« Far-ben, als rosenroth, carmoisin und dergleichen damitverderben würde, weshalb man bald Gummi Tra-gant, bald Zucker zu diesen nehmen muß. Bei-des muß gut ausgelöset und nach Beschaffenheit derZeuge theils zusammen vermischt, theils auch jedesallein genommen werden, und die Schönheit derFarbe erfordert eine genaue und bestimmte Hitze.
Seidenzwirner, ein Individuum, welches sich mit demZwirnen der Seide beschäftiget.
Geidenzwirnmaschiue, s. der folgende Artikel.Seidenzwirnmühle, Seidenzwirnmaschine, s.unter Zwirnmühle, in Z.
Seife, 8apo; Fr. 8avon, Engl. 8oa^, Jtal. 8ap0N6,eine Verbindung eines Pflanzen-Alkali mit Fett oderOelen. Die Geschichte der Erfindung der Seife istsowohl, was den Erfinder, als auch die Zeit der Er-findung betrifft, bis jetzt immer noch lückenhaft ge-blieben. Nach einigen Schriftstellern soll die Seifeschon einige Jahrhunderte vor Christi Geburt bei denHebräern, und auch wohl bei andern Völkern desMorgenlandes bekannt gewesen seyn, wobei jedochdie bestimmten Angaben fehlen, also das Ganze zwei-felhaft bleibt; denn wenn gleich die Deutsche Bibelderselben Erwähnung thut, so kann darunter auchwohl ein anderes Produkt verstanden worden seyn,welches man späterhin» da die Seife bekannt wurde.