566 Seift und Seiftnsiederey.
bei fortgesetzter Arbeit so lange ablaufen, bis sie nichtsmehr LaugenhasteS oder Schlüpfrichtes an sich hat.Diese wird dann bei einem neuen Aescher als Zusaßoder statt Wasser gebraucht, und wieder mit auf dasFaß gegossen, und wenn solche nach ihrer Stärke unter,sucht worden, kann man dagegen so viel mehr brauch-bare Lauge wieder ablaufen lassen , oder man kann da.gegen zu einem neuen Aescher etwas weniger Asche undKalk nehmen. Die ausgelaugte Asche kann man aufschlechtem Graslande als Dünger mit Nutzen gebrau-chen. Bei dem Wasseraufgießen aus das Aescherfaßmuß man sich vorsehen, daß hierdurch nichts aus die-sem Fasse in den untergesetzten und in die dabeistehendeBottiche spritzt, damit jede Lauge rein erhalten werde.Um die Lauge auszufüllen und Wasser aufzugießen,muß man zwei Schöpfkellen haben, damit kein Wasserin die Lauge komme, eine zum Wasser, und die andereKelle allein zur Lauge. Man kann die Lauge mit einerBier- oder Wasserwage nach ihrer Qualität prüfen.Bei der starken und ersten Lauge muß sogar der obereTheil der Kugel noch drei Grad hoch über die Laugeheraus und so bis zum 15ten Grade stehen. Zur zwei-ten Lauge kann man das Zeichen von 15 bis zum lötenGrad annehmen und zur dritten Lauge vom löten biszum lOten Grad. Wenn die Bier- oder Wasserwageober so tief einsinkt, daß die Lauge bis an den I8tenGrad steht, so kann man sie zu Nr. 4 rechnen. Mankann auch noch -die Stärke der Lauge auf folgendeWeise prüfen. Man nehme entweder ein frisches Eyoder ein Stück trockne Seife von ^ bis zu einemPfunde. Beides wird an einen Faden gebunden undin die Lauge gelassen. Bei der starken Lauge bleibtbeides oben, und so wie die Lauge sich schwächer zeigt,so senkt sich beides tiefer in der Lauge unter. Diebeiden letzten Proben sollen jedoch nicht zuverläßig ge-nannt werden können, da eine gemeine Lauge auch