Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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! Seift und Seifensiederey. 587

wohl zwei- oder dreimal so viele Pfunde Seife tragt,j nachdem das Gefäß groß oder klein ist, worin die Laugesteht. Mit einem Ey soll bei einem Unerfahrenen die! Probe gleichfalls bedenklich seyn; daher bleibt der Bier-, prober immer noch daszuverlässigsteJnstrument. Wennman nun mit der angefahrten Lauge Seife machen will,so nehme man zu ^Ctr. oder 27^ Pfd. Talg und 12 Ey-l mer Lauge einen Kessel, der so groß ist, daß nach dem Ein-i schütten der oben angeführten Masse, noch so viel Raumübrig bleibt, daß noch 8 bis 10 Eymer Lauge hineingehen,damit die Seife beim Kochen noch gehörig Plah zumSteigen hat, weil dieses Steigen viel zu einer festenSeife mit beiträgt. Man bestimmt nun einige Tagevor dem Kochen wie die Farbe der Seife sein soll, wel-ches beim gewöhnlichen Seisenkochen nicht nöthig ist,weil dabei beständig die zugerichtete Farbe in Vorrath! ist, und nimmt dann zur weißen Farbe 6 bis 8 Pfd.weiße Wascherde, zur gelben 6 Pfo. gelben Ocher, undzu einer gelben und weiß marmorirten Seife 4 Pfd.l weiße Wascherde und 3 Pfd. gelben Ocher, stößt dannso viele Pfunde der beliebigen Farbe in einem Mörsersichtet sie durch ein Haarsieb, thut sie in ein reines irde-nes oder hölzernes Gefäß, und gießt so viele Lauge Nr.2 darauf, daß aus der Farbe ein dünner Brei wird,seht dann solche einige Taae in die Wärme, und rührtsie mit einem hölzernen Spatel öfters durcheinander,damit sich Alles auflöset und gleichsam wie Kothwerde. — Wenn frisches Rindertalg verkocht werdensols so muß dieses vorher wo möglich etwas austrocknen,

! damit das Wässerichte davon komme, Man schneidet^ es dann ganz klein. Bei auSgeschmolzenem Talge hatman diese Arbeit nicht nöthig; auch ist dieses besser, alssolches Fett, worunter schon viel ungelöschter Kalk ge-kommen, welches beim Kochen besondere Aufmerksam-keit erfordert, und einen starken Schaum macht. —Der Kessel wird nun rein ausgewaschen und ausge-