58S Seife und Seifensiederey. ^
trocknet; zur Feuerung genug vorräthiges klein gemach-tes Holz in die Küche gebracht, und ein halber HimcenSalz in zwei Köpfe oder zwei Theile, gleich getheilt, da-bei gesetzt. Man nimmt nun einen Eymer von derLauge Nr. 1, drei Eymer von Nr. 3 und einen halbenauch wohl einen ganzen Eymer von der Lauge Nr. 2 'und gießt solche in den Kessel. Die übrige Lauge Nr 2bewahrt man bis zu Ende des Kochens auf. Zu der !in den Kessel gegossenen Lauge thut man nun dasTalg oder den Unschlitt; dann wird Feuer unter den 1Kessel gemacht, jedoch anfangs mit Vorsicht, damit derSchaum des sich auflösenden Talges nicht über denKessel herauösteige. Wenn sich nun das Talg mit derLauge zu vereinigen anfängt, und der oben angeführte sSeifen leim entsteht, muß das Feuer noch immer wieam Anfange bleiben, bis dieser Leim eine Stunde langgekocht hat. Hierauf wird das Feuer stärker gemacht,damit diese Materie im Kessel steigen kann. Nunwird ein Eymer Lauge von Nr. 3 und zwei Eymer vonNr. 1 nicht weit von dem Kessel gesetzt. So oft nundie Materie in dem Kessel bis an den Rand desselben !heraufsteigt, gießt man jedesmal eine halbe oder ganze ISchöpfkelle voll Lauge, und zwar aus dreien Eymern Iabwechselnd darüber. Bei diesem Eingießen der ^Lauge wird im Kessel und auf dem Boden desselben einPrasseln und ein Geräusch entstehen, und die Materiewird sich jedesmal im Kessel niedersenken. DiesesPrasseln entsteht aber noch mehr dadurch, wenn der imGebrauch stehende Kessel auf dem Boden besondersnicht recht rein gewesen ist, wodurch auch die Seifeoder der Leim um so eher anbrennen kann. — DasKochen M dem Steigen kann bei starkem Feuer solange anhalten, bis diese drei Eymer Lauge in den Kes-sel gegossen worden, und hierauf wird daö Feuer biszum gewöhnlichen Kochen wieder gemindert. Ist ro-hes Talg in den Kessel eingesetzt worden, so nimmt