^ Seife und Seifensiederey. 589
man einen breiten Spatel von Holz, welcher so lang^ seyn muß, als der Kessel tief ist, rührt damit die Ma-terie durch, um zu sehen, ob von diesem Talge sich nochetwas an den Spatel wie Sehnen anhängt; zeigt sichdieses nicht, so ist es ein Beweist, daß das Talg völligzerkocht ist. Man braucht hei dieser Art des Seifekc»chens, und besonders bei reinem Talge oder Unschlittnicht beständig im Kessel herum zu rühren, um, nacheinem Vorurtheile, das Steigen und Ueberlaufen derSeife damit zu verhindern; denn solches muß mit demFeuer, auch mit dem Einziehen gezwungen werden,und wenn Ersteres zu stark wäre, so wird dennoch al-les Rühren, Zudecken mit Brettern und NiederdrückenI nicht verhindern, Laß die Seife nicht herausläuft,! wenn nicht sogleich jedesmal bei dem Steigen Laugeeingegossen oder das Feuer vermindert wird. Bei ver-schiedenem Hausfette, Speckschwarten rc. ist das Rüh-ren freilich gut und hilft dazu, daß diese Sachen imKessel nicht anbrennen, sobald aber Salz in den Kesselgeschüttet worden, so hat solches nichts mehr zu bedeu-ten. Soll nun der Seifenleim probt« werden, ob sol-cher eine gute Seife verspricht oder sich gut artet, solasse man etwas davon auf ein irdenes Geschirr tröp-feln. Erstarrt solches gleich und ist als eine feste Ma-terie anzusehen, so ist er gut. Wenn sich der Seifen-^ leim mit dem Spatel aus dem Kessel lang ausdehnen läßt,
I und sich dessen Faden gleichsam um den Spatel auf-I wickeln, und sich dabei mit den Fingern etwas hart an-drücken, so kann man auf eine gute Seife Rech-! nung machen. Auch die Farbe kann gleich damit un-tersucht und als entscheidend angenommen werden.
! Zeigen nämlich die Faden beim Aufwickeln um denSpatel eine weiße Farbe und lassen sie bei dem Kalt-werden eine helle Bleyfarbe zurück, so hat sie zumHaushaltungsgebrauch die rechte Farbe, und man hatnicht nöthig noch eine Farbe hinzuzusetzen. Bei der