Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
594
JPEG-Download
 

594 Seife und Seifensiederey.

Wellen, nur gehen dieselben bei kleinerem Feuer-nichtmehr bis zur Rundung des Kessels, sondern bleiben inder Mitte, und bilden einen Berg, woselbst dann beidem gänzlichen Aufhören des Kochens eine Lauge überder andern von ausgewalzten Wellen liegt, welche gleich-sam wie Stufen, oder wie eine Treppe bis in die Mittedes Kessels aufeinander stehen. Daß zu der Lauge,welche nach dem Absalzen im Kessel zugegossen wird,noch Salz geschüttet werden muß, geschieht dieser- .halb, damit die Seife ihre erste Bildung nichc verliere;denn würde alsdann Lauge ohne Salz, und besondersznleßt bei dem Kochen zugegossen werden, so würde diese ^Seife in zweierlei Seife ausarten, und keine Kernseife !bleiben. Wenn nun das Kochen vom Anfange siebe» ^Stunden lang gewährt, so ist die sogenannte Kern-seife fertig, und das Feuer muß ganz ausgehen, da-mit sich die Seife zum Ausfüllen setzen möge. Manschreitet nun znr Füllung der Seife in dieFormen.

Die Formen können auf verschiedene Art verferti-get werden, je nachdem man solche zum großen oderkleinen Betriebe dieses Geschäfts gebraucht. Mankann Formen machen lassen, die aus fünf Theilen be-stehen, nämlich aus vier Seitenbrettern und einem Bo-denbrette, welches letztere, wie die andern, mit Fugenversehen und dann in einander geschoben werden,zwei Seitenbretter sind etwas länger, als die zwei an-dern, durch diese kommen dann zwei Querriegel oderDurchstecher, und in jeden dieser Durchstechet wiederein kleiner Keil oder Vorstecher. Die zwei Durchste-chet halten vermittelst der zwei kleinen Keile oder Vor-stecher die sämmtlichen ineinander geschten fünf Stückezusammen, und vermittelst dieser Durchstechet undKeilewerden die fünf Bretter fester und loser gemacht, undauseinander genommen, wie man solches haben will-Wenn diese Form in der Höhe gewöhnliche Dielenbreite