614 Seife und Seifensicderey.
aschenlauge abgesondert, so wirft man 3 Pfund frischenungelöschten Kalk in ein bequemes Gefäß, gießt 10Pft. Wasser darauf, und sobald sich derKalk zu löschenangefangen, so gießt man 16 Pfd. von der angeführte»Potaschenlauge dazu. Man rührt nun während derKalklöschens das Mengsel fleißig durcheinander, bis eskalt geworden. Alsdann läßt man es so lange stehen,bis> sich der Kalk völlig gesetzt hat und die Lauge klar >abgegossen werden kann. Ist nun die scharfe Lauge !fertig, so nimmt man eine Quantität Baumschwämme, ^vorzüglich von alten Birnbäumen, und säubert diese ^Schwämme von den daran befindlichen holzigenTheilen. Man zerdrückt die noch ganz frischen Schwämmein einem hölzernen Gefäße mit einem ebenfalls hölzernenGefäße, und rührt dann die zerdrückten Schwämme mitder kaustischen Lauge zu einem etwas dicken Brey amDie Behandlung geräth noch besser, wenn man dieSchwämme trocken werden läßt und zu Pulver zerstößt,und dieses erhaltene Schwammpulver mit der kausti-schen Lauge zu einem etwas dicken Brey einrührt,weil man dann versichert ist, daß keine von der Laugeunberührte Schwammstoffe übrig bleiben. Sobald diekaustische Lauge den Schwämmen beigemischt wird, soempfindet man einen sehr lebhaften, flüchtigen, Harn-Haften Geruch, welches ein überzeugender Beweis vonder Gegenwart des flüchtigen LaugensalzeS bei den Ge-wächsen ist. Man thut nun den erforderlichenSchwammbrey in ein flaches Gefäß und läßt ihn ander Sonne abdampfen und austrocknen. Ist diese aus-gesetzte Masse trocken geworden, so ist sie schon zu hart,und imWasser unauflöslich, weil noch nicht genug kau-stische Lauge darin befindlich ist; aus diesem Grundeschneidet man die trockne Masse noch einmal klein,übergießt sie wieder mit so vieler kaustischen Lauge, daßdie zerschnittene Masse ganz mit Lauge bedeckt ist, vodläßt es 24 Stunden an der Luft stehen. Nach dieser