Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seife und Seifenstederey. 615

Zeit rührt man es mit einem hölzernen Instrumentedurcheinander, und im Falle es noch zu dick sein sollte,so gießt man noch etwas Lauge hinzu, bis es wieder ei-nen dicklichen Brey ähnlich wird. Man läßt nun dieMischung drei Tage stehen, dergestalt, daß man sie öf-ters umrühren muß. Diesen Brey ^nn man nun alsSchmierseife sehr gut gebrauchen; trocken giebt derselbeober eine zähe Masse, die wohl zum Einseifen gebrauchtwerden kann, aber doch viel härter, als die gewöhnlicheSeife ist. Verfertiget man nun nach der beschriebenenMethode von einem Pfunde solcher Baumschwämmeeinen Seifenbrey, und mischt man darunter ein Pfundkleingeschnittene gemeine Seife, so erhält man nach demAustrocknen eine Seife, welche zur Wasche wie diewirkliche Seife gebraucht werden kann. Auch Schmier-seife aus Leinöl oder Rübsenöl, mit dieser Schmierseifevermischt, giebt eine schöne harte Seife, welche sich wie^ jede andere Seife zerschneiden, und in der Wirthschaft! gebrauchen läßt.

Eine flüssige Seife, nach Chapcal. ErsteMethode. Man nimmt die Asche,von hartem Holze,und mischt etwas klein zerriebenen Kalk darunter, über-gießt das Gemenge mit einer reichlichen Menge Wassers,welches man einige Stunden lang darüber stehen läßt,und hieraufentweder sachte abgießt oder durch Leinwanddurchseihet. In eine beliebige Menge von solcher Laugegießt man den 30sten oder 40sten Theil Oel. Man er-hält sogleich eine Flüssigkeit von einem milchweißen An-jehen, welche, wenn man sie wohl umrührt und um-schüttelt, wie das beste Seifenwasser schäumt. Dieseflüssige Seife bringe man in eine Wanne, oder in einanderes Wafchgefäß, gieße noch etwas warmes Wasser! dazu, und bringe die Wäsche hinein, welche ferner durch^ das gewöhnliche Reiben und Auswinden die erforder-

! liche Reinlichkeit und Weiße erhält. Die Lauge zu

j dieser flüssigen Seife muß jedesmal frisch bereitet wer-