616 Seife und Seifenstederey. <
den, weil sie gar bald die Eigenschaft, Fett und Oelaufgelöst zu behalten, an der Luft wieder verliert. Mankaun sich aber gegen diese Zersetzung damit helfen, daßman sie auf Bouteillen füllt, und wohl verstopft und !fest verbunden hält. Die Bouteillen müssen aber damitganz voll gefüllt werden. Frische Asche ist der alten,und solcher, welche an der Luft gelegen, allemal vorzu-ziehen, und hartes Holz liefert bessere Asche, als ein/'weiches; auch Floßholz ist nicht so reich an alkalischenSalzen. Fette und dicke Oele sind hier den feinernebenfalls vorzuziehen. Hat das Oel einen üblen Geruch ^gehabt, und diesen der Wäsche mitgetheilt, so legt mandie Wäsche einige Zeit in eine reine starke Lauge. Ohnediese Vorsicht verliert sich der üble Geruch nur durchlanges Austrocknen. Hat die Vermischung des Oels in !der Lauge ein gelbliches Ansehen angenommen, so muß !man dieselbe mit Wasser verdünnen. Erhebt sich und ^steigt das Oel auf der Oberfläche der Lauge und bildetAugen, so ist entweder das Oel nicht dick genug, oderdie Lauge war zu stark und noch nicht ätzend genug.Wenn der Kalk an der Luft zerfällt, so verliert er dieEigenschaft, die Laugensalze ätzend zu machen. Um ihndaher gegen die Einsaugung der Luftsäure aufzubewah-ren, muß man den frisch gebrannten Kalk grob zersto-ßen, und eine feste Flasche damit ganz voll füllen undwohl verstopft halten. — Die zweite Methode.Wenn man kein hartes Holz, sondern bloß weiches oderFloßholz brennt, welches wenig alkalisches Salz liefert,dann muß man sich der Sode oder der Potasche bedienen.Die Sode wird klein gestoßen, mit 20 Theilen Wassersdes Sodegewichts übergössen, und damit, wie vorherangeführt worden, verfahren. Bei der AlikantischenSode und bei derjenigen von Karthagena hat man nichtnöthig Kalk zuzusetzen, wohl aber bei den übrigen ge-ringeren Sorten, so wie auch bei der Potasche. Wenn