l Seife und Setfensiederey. 617
die Sodelauge so stark ist, daß dasOel daraufschwimmt,so muß man sie ebenfalls mit Wasser verdünnen«Venetiamische und Marseillerseife. Manmengt von Potasche und ungelöschtem Kalke gleich vieluntereinander, und gießt nach und nach so viel Wasserauf diese Mischung, als sie annehmen will, und bis derKalk zu Pulver zerfällt. Dann gießt man noch mehrWasser dazu, und läßt diese Mischung vierundzwanzigStunden ruhen, damit sich die Potasche vollends auf-löse. Man wäscht, wenn dieses geschehen ist, die Salzeheraus, und läßt das Wasser durch ein Tuch laufen,damit der Kalk zurück bleibt. Zwei Theile dieses Was-sers werden hierauf in einem eisernen Kessel so langeeingesotten, bis ein Hühnerey darauf schwimmt. Dieseeingesottene Lauge wird die scharfe genannt, derübrigbleibende dritte Theil des Wassers aber, welchenman ebenfalls aufzubewahren hat, die gemeine Lauge.Man vermischt nun bei einer ganz gelinden Wärmezwei Maaß von dieser scharfen Lauge in einem Kesselmit vier Pfund Baumöl durch beständiges Umrühren,bis Alles wohl zergangen und die Feuchtigkeit größten-theils weggedunstet ist. Man gießt dann wieder sechsMaaß von der scharfen Lauge zu, und kocht unter be-ständigem Umrühren bei mäßigem Feuer die Masse solange, bis solche ganz schleimig und zähe wird. Wenndiese Lauge abrauchen sollte, ohne daß sich diese Eigen-schaft offenbarte, so füllt man von der genannten Laugenach und nach mehr zu, und kocht sie so lange, bis sichder Schleim einstndet. Die Probe, ob die Helfe ge-hörig eingesotten worden, beruht auf folgenden Eigen-schaften. Es muß sich kein scharfer salziger Geschmackauf der Zunge äußern, welches ein Zeichen ist, daß zu-viel Lauge dazu genommen worden, und in diesem Falk^ muß man noch mehr Baumöl in den Kessel gießen,und durch beständiges Kochen und Umrühren auflösen,oder auch gemeines Wasser zu gießen, und Alles hin-