Seife und Seifensiederey. 619
Farbe darauf streuen, dieses Aufgestreuete mit einemdünnen Spatel umtreiben, bis die Seife rothe Streifenoder die Marmorirung annimmt. — Man kann sieauch auf folgende Weise marmoriren. Nachdem dieSeife gekocht und von der Mutterlauge geschiedenworden, muß man derselben eine gewisse Quantitätneue Lauge und bald darauf eine Auflösung von Eisen-vitriol zusetzen. Die kaustische Lauge zersetzt den Vitriolund es entsteht ein schwarzer Niederschlag von oxidirtemEisen, welcher sich mit der fast flüssigen Seife vermengtund derselben eine blaue Farbe mittheilt. Hieraufläßt man die Seife in dem Kessel ein wenig abkühlenund die Mutterlauge, welche sich noch unter der Seifegesammelt hat, ablaufen, dann wärmt man die Seife,und zwar bloß deswegen, um sie flüssig zu machen.Die Marseiller Seife, überhaupt alle marmorirte Sei-fen sind von der gemeinen weißen Seife, die mit Sode,Kalk und Oel bereitet werden, nicht verschieden, derMarmor macht blos den Unterschied und die Härte,die sie besitzen, welches daher rührt, weil man sie wegendes Marmorirens schärfer trocknen muß, oder vielmehrdenselben mehr Wasser entziehen muß. Angenommen,drei Pfund Baumöl geben fünf Pfund weiße Seife,so giebt dagegen eine gleiche Quantität von ersteremnicht mehr als ungefähr 4^ Pfund marmorirte, unddieserhalb ist die Letztere, wie schon erwähnt, auch fe-ster, und wird in den Wäschen der gewöhnlichen, ohneMarmor, vorgezogen, weil nämlich, bei gleichem Ge-wichte, jene mehr Seife enthält. Diese Seife führtman wegen ihrer Festigkeit, und vorzüglich, weil sie ineiner warmen Temperatur nicht flüssig wird, lieber inwarme Länder, als die weiße. Dieselbe Festigkeit könnteman auch der weißen Seife geben, man dürfte sie indieser Absicht nur stärker trocknen; sie würde sich danneben so verhalten, als die bunte. Eö ist daher sehr nö-thig, daß man die durch überflüssiges Wasser auöge-