632 Seife und Seifensiederey.
Bereitung der Seife bedienen können; indem dieselbensich vollständig in kaustischen, alkalischen Laugen auf«lösen, damit einen grünlichen, seifenartigen Teig bildender beim Walken der Tücher und mehreren andern An-wendungen die Stelle der Seife versehen kann.
Die zum nämlichen Gebrauche bestimmte, oder söge- ,nannte medicinrsche Seife wird auf folgende Weise >bereitet. Man verbindet zum Theile frisches Baumöl !oder Mandelöl mit einer Lauge aus ätzendem Nakrum,von 1,33 specifischem Gewichte, unter stetem gleichför-migem Umrühren in der Kälte bis zur anfangenden Ver-dickung, und läßt sie in einem flachen hölzernen Gesäße,welches mit Papier ausgelegt worden, fest werden, unddann an der Luft austrocknen. Man benutzt dieSeife in der Medizin bei Vergiftung durch Mineral-gifte, z. B. des Arseniks und des Sublimats. NachHahnemann wird ein Pfund Seife in 9 Pfd. Was-ser aufgelöset, und sogleich lauwarm ein Theekopf vollalle 3 bis 4 Minuten getrunken. Eine Person von 16bis 20 Jahren kann 4 Pfund, von 12 bis 16 Jahren3 Pfund, von 8 bis 12 Jahren 2 Pfund, von 6 bis ^8 Jahren 1 Pfund dieser Seifenauflösung in einerZeit von zwei Stunden trinken. Die Seife wird übri-gens schon im Munde zerfetzt. Die Kohlensäure desWassers trennt dieselbe und so gelangt sie als Seifenicht in den Magen; und wenn sie dieser auch noch un«zersetzt in Pillenfarn» empfängt, so schadet sie ihren Be-standtheilen nach der Verdauung; obgleich Beispiele inach de H a e n und Bergius bewiesen, daß ein langeanhaltender Gebrauch der Seife nicht geschadet habe,so ist doch wieder allgemein ihr Nachtheil anerkannt;deshalb wird sie auch gemeiniglich mit stärkenden undreißenden Mitteln vermischt. Ihr innerlicher Gebrauchaußer dem angegebenen, ist auszutilgen, so sehr fieauchbenutzt worden ist, und noch angewendet wird; denn dienachtheiligen Folgen sind zu sehr anerkannt, und auch