Seift und Seiftnsiederey. 633
der Mischung nach richtig. Die beste ist die Cacaoseife,welche allgemein in der Heilkunst aufgenommen zu wer-den verdient. Aeußsrlich angewendet, hat die Seife einezertheilende Kraft. Man gebraucht sie als Umschlag inder Gicht; im Podagra, die Knoten zu zertheilen; beikalten und Speckgefchwulsten, zu Stuhlzäpfchen, unterKlystiere, auch zur Beförderung deö Eiters. Vermischtwird sie, zum Vertheilen, mit Kampfer, Terpentinöl; alsBähung: mit Kalkwasscr; die Eiterung zu befördern:niit fchleimigten und öhligten Mitteln. — Der Gebrauchder Seife in der Haushaltung und in den technischenGewerben ist zu bekannt, s. weiter unten; auchkommt ihre Anwendung in verschiedenen Artikeln in derEncyklopädie vor, wie z. B. der Gebrauch der Seifezum Bleichen des baumwollenen Garns, s,unter Kattun, Th. 36, S. 25 u. f.; der Gebrauchderselben in der Seidenfärberey, s. oben, S. 345 rc. rc.
Eine flüssige Kartoffelseife wird ausfolgendeWeise bereitet. Man wasche sauber die Kartoffeln,schäle sie, reibe sie auf einem Reibeeisen, presse das Zer-riebene durch ein Seihetuch und gieße frisches Wasser dar-über. Was sich zu Boden setzt, kann man als Stärkeund Puder gebrauchen, und das übrig bleibende Wasserkann man sich ganz vortrefflich zur Wäsche bedienen.Man kann weißes Zeug, gefärbtes, vorzüglich aberseidene Halstücher, Strümpfe rc., ohne weitere Laugeoder Seife dazu nöthig zu haben, daraus waschen, unddie Wäsche wird davon rein und weiß. Dieses Wasserhat daher noch besonders vor der Seife den Vorzug,daß dadurch das Gefärbte nicht im Mindesten an ^derFarbe leidet, und daß die Wäsche, und vorzüglich seide-ne Zeuge eine gewisse Steife und den ehemaligen Glanzwieder erhalten, den man bisher demGewaschenen nichtwieder zu geben wußte. Die Anzahl der Kartoffelnläßt sich am besten nach dem Augenmaaße bestimmen,und man nimmt ungefähr zwei zu einem Paare seidener