Band 
Hundert und acht und dreissigster Theil, welcher die Artikel Säure bis Schaf und Schafzucht enthält.
Seite
201
JPEG-Download
 

201

Sch.

gesagt worden. Die Westphalen haben nebst denHolländern und einigen nördlichen Völkerschaftendieses besondere, daß sie auch da, wo sie ein schhaben, es doch nicht zischend aussprechen können,sondern das s und den Gaumenlaut besonders hören'lassen; Sgall für Schall, FleiSg für Fleisch,Sginken für Schinken. Ottfried und seineZeitgenossen schrieben das sch gleichfalls häufig durch8A, 1r6irli.i8bkt 2 UNAUN, Fränkische Sprache; hier-aus folgt aber noch nicht, daß sie es auch so ge-sprochen. Dieser Zischlaut ist sehr oft unmittelbaraus der Natur entlehnt; rauschen ist ein andererund stärker zischender Schall, als raufen, in brau-sen. In diesem Falle ist es sehr unbequem, daß wirdiesen einfachen Laut durch die Buchstaben s, c undh ausdrücken müssen, welches beim Buchstabierensehr viele Unbequemlichkeiten hat. Es haben daherschon mehrere, besonders aber Marzke ein eigenesSchriftzeichen für diesen Laut in Vorschlag gebracht,welches nach Adelung um so mehr zu billigenwäre, da uns unter andern auch schon die Hebräermit ihrem llt, 8cliiu, darin vorgegangen sind. Somißlich nun ein solches eigenes Schriftzeichen fürden jetzt gedachten Fall sein würde, da dieser Lautwirklich einfach und aus der Natur entlehnt ist, sowürde es doch in einer andern Betrachtung wiederseine Unbequemlichkeit haben; denn in vielen Wör-tern ist dieses sch wirklich aus zwei verschiedenenLauten zusammengeschmolzen, nämlich aus den Gau-menlauten ch oder z, und aus dem vorgesetztenZischer s, welcher entweder die Bedeutung verstärkt,oder auch nur ein bloßes Eigenthum der Mundartist. So ist Schall allem Ansehen nach aus Galt,gälten, und dem verstärkenden s gebildet, sch ehnin geschehen, aus gehen w. In diesem Fallewürde es die Ableitung erschweren, weil man als-