Schaben. 211
Krauch. Die Thiere schaben sich, Wnn sie sichden Leib an Bäume, Wandere, reiben. Hiob scha-dete sich mit Scherben, Hiob 2,8. In dengemeinen Sprecharten, besonders Niederdeutschlands,hat man in dieser Bedeutung auch die Intensiv«schabben und schubben, welche i,n Gebrauchenoch niedriger sind, als das einfachere Zeitwort;Schwed. slcublm. — 2) In engerer und gewöhnli-cherer Bedeutung mit einer scharfen schneidendenFläche reiben, um dadurch etwas wegzuschaffen, odereinem Dinge eine Zubereitung zu geben. DenKokhvon etwas schaben. Den Käse schaben, dasAeußere davon abschaben. Mähren, Rüben scha-ben, durch schaben reinigen. Jemanden einRübchen schaben, s. unter Rübe. Mit einemMesser, mit einem StückeGlaSrc. schaben.Im Niedersächsischen bedeutet es auch die Flächeneines Deiches eben und glatt abstechen, damit nach-her der Rasen um so fester anliege. Bei den Fi-schern ist das Schaben und Schiefern eine ver-botene Art des FischenS; s. Schabe. Figürlich istschaben in den niedriegen Sprecharten, Geld zu-sammen schaben, es durch den niedrigsten, ängst-lichsten Geitz zusammen bringen. Daher das Schaben.
Bei den Gold- und Silberdrahrziehernist schaben, wenn der Silberdrahk zur Dicke einerStricknadel gezogen ist, und der Drahtzieher denselbenzwei- bis dreimal durch ein Loch eines alten Ziehei-sens, dem er nicht die Schärfe mit den Diamant ge-nommen hat, zieht, wodurch er von allem Schmutze,der vom Glühen im Feuer übrig geblieben ist, ge-reiniget wird. — Schaben der Kämme, beidem Kammacher, welches mit dem Handmessergeschieht, wodurch die Kämme geglättet werden.Diese Arbeit wird gewöhnlich von den Frauen oderTöchtern der Kammacher verrichtet, welche imt dem