216 Schablone.
Schnörkeley oder Arabeske, welche oben im Zimmerunter die Hohlkehle kommen soll, auf dem Papieremit Bleystift oder auch mit Röthel recht scharf aufund schneidet dann mit einer feinen Scheere oderauch mit einem Federmesser den Raum zwischen denLinien aus, so daß die ganze Arabeske ausgeschnit- 'ten erscheint. Es muß hier nämlich die Breite derBande wohl beachtet werden, wonach man das >Papier in Streifen schneidet. Die Länge einer sol- !chen Schablone wird nach der Breite des Royal-bogenS genommen. Eine solche ausgeschnitteneSchablone wird nun auf die Grundfarbe der Bande,die erst auf die Wand gestrichen worden, genau ge-legt, und dann mit der Farbe, welche man derAra-beske geben will, überstrichen, so erscheint die ganzeArabeske auf dem Grunde, das heißt, so weit, alsdie Schablone reicht; man paßt dann genau dieSchablone da wieder an, wo sie aufgehört hak, undfährt auf diese Weise rund herum im Zimmer fort.Diese Art mit der Schablone Arabesken rc aufzu-tragen, ist erst in diesem Jahrhunderte in Gebrauchgekommen, und thut der Zimmermalerey bedeutendenSchaden, da auch jeder Maurer, der nur etwas zeich-nen kann, sich dergleichen Schablonen selbst anzufertigenim Stande ist, und so leicht ein Zimmer, welchesnur eine weiße einfache Grundfarbe haben soll, dekorirenkann. Auch sind die Schablonen schon ein Handelszweiggeworden, indem man sie bei den Bilderhändlern rc.kaufen kann. So leicht nun auch diese Art der Dekorationzu seyn scheint, so ist sie es doch nicht bei einerAusführung nach den Anforderungen der Kunst, woLicht und Schatten rc. bei einer gleichen Farbe,wie grau in grau, braun in braun rc., genaubeobachtet werden muß. Hier dient die Schablonenur, um mit den Conturen der Arabeske oderSchnörkeley schneller fertig zu werden, und das